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Anton Kuh - Biographie
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267 des Jahres »gegen das Quäken, Grunzen, Nusseln, Schnarchen, Schnie- fen, Gurgeln, Brummen, Heulen, Fauchen, das aus den Ton-Apparatu- ren der leider fast konkurrenzlos arbeitenden deutschen Ton-Industrie herausstößt«, vom Leder49 und mäkeln viele Rezensenten, daß, wenn Tauber singt, man das Gefühl habe, als hörte man eine Grammophon- platte, die mit dem eigentlichen Geschehen nur ganz lose verbunden ist, stoßen sie sich am scheppernden, blechernen Ton, der das Taubersche Timbre und den Schmelz der großen Stimme zerstöre. Der Turm in der Schlacht um die Vorherrschaft in der Tonfilmindu- strie erhält denn auch so manchen Stoß. Der Rezensent der »B. Z. am Mittag«, der sich nicht nur an der albernen Geschichte und dem kläg- lichen Drehbuch stößt, sondern auch am Ton einiges auszusetzen hat, kann sich in Anspielung auf eine kurze Stellungnahme, die Tauber im Anschluß an die Premiere gegeben hatte, in der er der jungen Kunst- gattung eine gute Zukunft gewünscht hatte, die süffisante Bemerkung nicht verkneifen: »[Tauber] glaubt zwar nicht mehr an eine Frau, um so mehr jedoch an den Tonfilm. Auf Wiederhören, verehrter Herr Tau- ber  …«50 Rudolf Arnheim ätzt: »Der Mann auf der Leinwand fällt alle paar Minuten in Trance, lehnt sich an einen Türpfosten, seine Blicke schweifen durch den Zuschauerraum zur Vorführerkabine, dann muß die Handlung unterbrochen werden, er verwandelt sich in eine Groß- aufnahme, und sein riesenhaftes Brustbild trällert einen Kammer- gesang,  wogegen die Lieder, wie sie die Hausangestellten beim Strümpfe- stopfen singen, anspruchsvolle Intellektuellenkost sind. Wo er singt, da läßt sich alles nieder, wetterfeste Freudendamen von der Reeperbahn erstarren gruppenweise zu lebenden Bildern, in Seemannsbärten quillt die Träne, und der Regisseur geht mal einen trinken. Der Zuschauer fühlt sich weniger gemütlich. Er verfährt notgedrungen nach Otto Reutters Rezept: ›Und dann saß er wie gebannt, starrte immer nach der Wand.‹ Er sieht minutenlang wie unter dem Mikroskop die Kau- muskulatur des Kammersängers in Tätigkeit, manchmal wölbt sich eine Augenbraue, gewaltig wie ein Gebirge auf der Landkarte, die Lippen gebären  – das mag für Gesangsstudierende nicht uninteressant sein.«51 Und Siegfried Kracauer kommentiert sardonisch: »Aus dem optisch- akustischen Gefühlsbetrieb ragt im übrigen als einzige geglückte Figur der pfeifende Zuhälter [Gustaf Gründgens] hervor, dem man wenig- stens glaubt, daß er nie mehr an eine Frau glaubt.«52 Ein Drehbuch, »bei dem der liebe Filmgott den begabten Curt J. Braun anscheinend von der ersten bis zur letzten Szene verlassen hat«, verhöhnt der »Kine- matograph«53 das sentimentale, massentaugliche Arrangement von Tauber-Couplets.
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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