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Anton Kuh - Biographie
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284 berg lachte, Döblin lachte, alle lachten«, re sümiert die »Vossische Zei- tung« die Nachtvorstellung. Anfang Dezember 1929 grübelt der Conférencier Erich Lowinsky, der Erfinder des berüchtigten »Kabaretts der Namenlosen«,* über ein attraktives Programm für das an der Adresse Kurfürstendamm, Ecke Rankestraße neugegründete Kabarett »Himmel und Hölle« nach. Er muß zur Eröffnung »etwas Besonderes bieten« und weiß die Zeit »reif für gallebittren Zynismus, auch im Kabarett«. Die Lösung: Anton Kuh. Der »brillierte mit messerscharfen Gedanken und Aphorismen, und sein Publikum lauschte ihm fasziniert«. Bei einem Gespräch im »Adlon« ist Lowinsky überrascht von der moderaten Gagenforderung, Kuh stellt allerdings zwei Bedingungen. »Erstens: Getränke, soviel er wolle, frei, und zweitens: er wolle von Frau Kiwi [der Ehefrau des In- * Erich Lowinsky (Künstlername »Elow«) schaltet Anfang Juni 1926 in der »B. Z. am Mittag« eine Anzeige, mit der er »junge Talente« sucht, die sich ihre ersten Sporen vor zahlendem Publikum verdienen wollen. Gut 180  In- teressenten melden sich auf Anhieb, fünfzehn bekommen jeweils eine Viertelstunde Zeit, sich beim montäglichen »Kabarett der Namenlosen« auf der Bühne des »Monbijou« in der Jägerstraße zu präsentieren. Die un- beholfenen Dilettanten, die Lowinsky der mitleidlos johlenden, pfeifenden, trampelnden Menge Woche für Woche zum Fraß vorwirft, blamieren sich zuallermeist bis auf die Knochen und flüchten sich unter dem dröhnenden Gekreisch aus der Manege von »Elows Sensations-Menschenzoo« ins »Künstlerzimmer«. Heinz Pol spricht in der »Voss« von der »raffiniertesten Ausbeutung des Lampenfiebers und der Sehnsüchte dilettierender Halb- erwachsener und Ganzerwachsener zum Zwecke eines besseren Konsums einer sonst schlechtgehenden Barkneipe«: »Denn das ist der Geschäftstrick dieses Nacht-Kabaretts: Je hilfloser einer sich beim Vortrag benimmt, desto besser für dieses Kabarett, das angeblich einen so edlen Zweck erfüllen will: neue junge Talente zu entdecken. In Wahrheit will der Direktor nur seine Bude voll haben, und da sonst von dem Friedrichstadt-Publikum keiner hineingeht, weil es so viele andere gibt, so kam er eben auf den gewiß genialen Gedanken, seinen recht gemischten Zuschauern bei Sekt und Gin Gelegen- heit zu geben, sich auf Kosten armer Irrer auszutoben« (Heinz Pol: Die Namenlosen. Bajazzi des Podiums. In: Vossische Zeitung, Nr. 350, 27.7.1926, M, 1. Beil. [S. 1]). In Erich Kästners Roman »Fabian« (1931) heißt das Etablissement »Kabarett der Anonymen«, der Kabarettdirektor und Con- férencier bezeichnenderweise Caligula, die »Geschäftsidee« faßt Fabians Freund Labude in die Formel: »Ein findiger Kerl hat Halbverrückte auf- gelesen und läßt sie singen und tanzen. Er zahlt ihnen ein paar Mark, und sie lassen sich dafür vom Publikum beschimpfen und auslachen« (Erich Käst- ner: Fabian. Roman eines Moralisten. Zit. n. der 18. Auflage im Deutschen Taschenbuch Verlag, München 2002, S. 67).
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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