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Anton Kuh - Biographie
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307 »Wenn der Literat den Raufbold spielt  …«  – Anton Kuh vs. Arnolt Bronnen Ganz nach seinem auf Bronnen gemünzten Aperçu »Wenn der Literat den Raufbold spielt, sollte der Kritiker seinen Hausknecht vorschicken«1 verfährt Anton Kuh mit dem 1895 in Wien als Arnold Hans Bronner geborenen Autor, der mit dem um ein »wetterhartes, genie-kantiges, prospekt-bedachtes ›t‹« aufgenordeten Dichternamen Arnolt Bronnen in den 1920er Jahren Furore machen sollte. Auf dessen »Exzesse« (1923) hin, diese groteske Szenenfolge drastisch entgrenzter Sexualität um zwei kleine Bankangestellte, Hildegard und Lois, die, getrennt, Erlösung von der Brunst ihrer grellen Geilheit nur ineinander finden können, macht Kuh den »ernstlichen Vorschlag, allen jugendlichen Autoren, von denen der Vordersatz sagt: ›Zwar Talent  …‹ oder der Nachsatz: ›… aber Talent‹, die Hosen straffzuziehen. Denn diese ›Zwar-und-Aber‹- Talentierten sind überflüssig wie Wunderkinder. Sie können alles  – nur nicht sein. Sie haben alles  – nur kein Gesicht.«2 Eins immerhin träfen die epigonalen »Neo-Dilettanten und Stotter- simulanten«, die »Jungstürmer« vom Schlage eines Bronnen  – und das sei auch schon alles, was sie mit ihren Vorbildern: Wedekind, Grabbe, Lenz, Büchner, Klinger, verbinde –: »ihr Maturanten-Drama. Die Auf- bäumung ihres gestriemten Gesäßes gegen Vater und Ordinarius.« Ansonsten: »Obszönitäts-Protzentum,« »erotische Freiheits-Renom- mage«, Hochstapelei: »In jedem Wort der Kontrast zwischen dem kleinen Sexualmoritz und seiner großen Gebärde.« Im Grunde solle man »diesem Beitrag zu einer tragisch-expressionistischen Maturazeitung« die Reklame verweigern. Zu befürchten stehe allerdings, daß die Behör- den Anstoß nehmen und Bronnen aus diesem Titel Ruhm zuwüchse  … Und daß man dann, unweigerlich, in empörter Verwahrung gegen Zensur von »Kunst- und Literaturwert« schwafeln würde: »Das ist das Schlimmste und einzig Wichtige an dem Falle: daß solcherart die Ver- teidigung der Wortfreiheit und der Protest gegen Staatseinmischung immer mehr desavouiert wird.«3 Die »Septembernovelle« (1923), diese kraß naturalistische, gehetzte, interpunktionsanarchistische Prosa, die homoerotisches Begehren zu Streben nach Reinheit mythisch überhöht und in einem brünstigen Massaker kulminiert, ist Kuh schlicht protzende Kraftmeierei, »auf- trumpfende Flegelei«, was ein Dokument hätte sein können, nur »die
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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