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Anton Kuh - Biographie
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308 Al-fresco-Paraphrase über einen schweinischen Witz«, weil  – »Wort ohne Welt«.4 Bronnen bezeichnet die »Septembernovelle« in seiner 1954 erschienenen Autobiographie als »eines der frühesten Zeugnisse faschistischen Geistes in Deutschland«: »Sie ist politisch borniert, ver- mischt chauvinistische Hetze mit perversem Sadismus, ist im Grunde auf Zerstörung gerichtet«, Demonstrationsobjekt dafür, »wie Faschis- mus, Sadismus und Perversion aus der gleichen Stelle der Gehirn-Rinde stammen«.5 Das »Barbarentum eines Jung-Bronnen«6 und das Fahrwasser, in das Bronnen mit seiner animalischen, amoralischen, rohen Brutalität gerät, hat Kuh bei seinen Polemiken von Anfang an im Visier. Zum Drama »Anarchie in Sillian« (1924), in dem sich mannhafter Arbeitswille und Pflichtfanatismus gegen die erotischen Anfechtungen des korrumpie- renden Prinzips »Weib« und das Einbrechen der Anarchie durch Streik stemmen: »Hochspannungs-Tineff. Eine Kinderei von 2000 Volt Hand- lung. […] Bronnen aber, gleich dem Bordell-Hinauswürfling, der gegen das Haustor gottesanklägerisch und ottoweiningerisch die Fäuste ballt, wirft dem weiblichen Geschlecht den Fehdehandschuh hin: Adieu, Wollust  – ich bin produktiv.«7 Und wenn Kuhs Fazit auch bärbeißig- launig lautet: »Ceterum censeo: fünfundzwanzig  …«, will heißen: fünf- undzwanzig Hiebe mit dem Stock auf den Hintern, ist ihm doch klar, daß dieser drastische zeitübliche Umgang mit Rotzbuben dem Übel nicht steuern wird: »Ich kann mir das Bravogebrüll in deutschen Gauen vorstellen: ein Neutöner, der alttönt. Das muß etwas für die notori- schen Hereinfaller werden, die Redezickzack, Dampf und Schwall für Jugend nehmen. Ein Interpunktionsauslasser, der für Arbeit und Ord- nung ist! Der Expressionist als Konterrevolutionär!«8 Bronnen versteht sich denn auch späterhin als Nationaldramatiker, bezeichnet sich 1927 als Vertreter einer »Tendenz der rechten Hand« und Faschist9 und bewegt sich in den Kreisen rechter Intellektueller wie Ernst von Salomons, der Gebrüder Jünger, Friedrich Hielschers, Otto und Gregor Strassers und Ernst Niekischs. Wie man mit Rotzbuben verfährt: nämlich ihnen ein paar auf den Hintern aufzuzählen, erscheint Kuh angesichts Bronnens zunehmend harmvoll sich entwickelnder Tätigkeit unangemessen; er greift, nicht eben zimperlich, zu drastischeren Mitteln und holt zum Zeitpunkt der ein setzenden Bronnen-Hausse in einer Nachbetrachtung zur tumul- tuö sen Berliner Uraufführung der »Exzesse« am Berliner Lessing-Thea- ter  – die Vorstellung am 7. Juni 1925 wird durch Pfeifen und Protestrufe kommunistischer Linker massiv gestört und kann nur mit Mühe zu Ende gespielt werden  – zu einem Rundumschlag aus, der, wieder einmal,
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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