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Anton Kuh - Biographie
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311 später darauf zurück: »Deshalb halten wir uns für verpflichtet, heute, nachdem wir es mit voller Sicherheit sagen können, zu erklären: Anton Kuhs Angriff war gemein. Bronnen ist tatsächlich Deutscher und hat kein jüdisches Blut.«21 Mag Bronnen auch im Vorwort zur Neuauflage von »O. S.«22 fest- halten, daß er, »um einigen gegen dieses Buch gerichteten Argumenten zu begegnen, selbstverständlich Deutscher und Deutscher [sic] Ab- stammung« sei; mag er auch die Bemerkung Walter Kiaulehns, der die organisierte Störung von Thomas Manns »Deutscher Ansprache«23 zum Anlaß nimmt, Bronnens kurz davor erschienenen Heldengesang über Gerhard Roßbach, eine der übelsten Figuren unter den Freikorps- Kämpfern, zu besprechen: »Bronnen ist Nationalsozialist. Das wird diejenigen verwundern, die der simplen Meinung sind, daß ein junger Jude, den es zu völkischen Idealen zieht, dem Zionismus anhangen müßte«24, berichtigen lassen;25 mag er sich auch öffentlich wehren und drohen: »Tatsache ist, daß sich aus keinem meiner Bücher und aus kei- nem meiner Worte irgendeine Stellungnahme zum Judentum heraus- deuten läßt. Es gehört das nicht zu meiner Aufgabe, und es werden andere kommen, die diese Aufgabe lösen werden: wie, das wird wesent- lich vom Judentum selbst abhängen«26: Kuhs »Intervention« verfängt. Bronnen, durch seine politische Haltung zum Außenseiter im liberalen Kulturbetrieb geworden, unternimmt erste Schritte, einen Vaterschafts- prozeß anzustrengen, um seine »arische« Abstammung schwarz auf weiß bescheinigt zu bekommen und damit in der Welt, der er sich zu- gehörig fühlt, auch anzukommen. Am Schluß sitzt Bronnen zwischen den Stühlen und wird zerrieben. Der prononciert »heimattreu« und deutsch gesinnte Ferdinand Bronner (alias Franz Adamus) behauptet 1935, als der »rassische« Streitfall Arnolt Bronnen in der »Wiener Sonn- und Montags-Zeitung« thematisiert wird,27 die eine Mitteilung des Magistrats der Stadt Wien vom 10. De- zember 1886 abdruckt, der zufolge »Ferdinand Bronner, Hörer der Philosophie, 1867 in Auschwitz geboren, […] den Austritt aus dem mosaischen Glauben […] hierorts angezeigt hat«, in einem Dementi, daß sein aus Westgalizien stammender Vater, ein Findelkind, keinesfalls jüdischer Abstammung gewesen sei. Im Oktober 1941 erhält er vom Reichssippenamt die Auskunft, daß er »ungünstigstenfalls als Mischling I. (ersten) Grades, keinesfalls jedoch als Jude einzuordnen« sei.28 Barbara Bronnen, Tochter Arnolts, hat inzwischen im Archiv der Stadt Auschwitz eine vom 21. Mai 1887 datierende Vorladung Ferdinand Bronners zur Musterung entdeckt, aus der hervorgeht, daß »Eliezer Feivel Bronner«, geboren am 15. Oktober 1867, wie seine Eltern Etiel
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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