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Anton Kuh - Biographie
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324 bekömmlicher, gesünder und besonders schöner als überall anders; es sei eine Art von Hunnenmärchen, das Gegenteil zu behaupten«  –, komme man zwar um die Erkenntnis nicht herum, daß man es hier mit einer unüberbrückbaren »Geschmacksdifferenz« zu tun habe, indes- sen: »Sag’n ma, es war nix  – und  – san ma wieder guat!«44 Anton Kuh wähnt sich in dieser steifen Brise um eine der besten Seiten der Spree-Metropole gebracht: die weltstädtische Gelassenheit, die »zur Selbstpersiflage neigende Unempfindlichkeit«.45 Und hat im übrigen schon im Jahr zuvor in einem Interview klargestellt, daß es mit dem »Hunnenmärchen« vom »Berliner Fraß« nichts mehr auf sich hat: »Der Österreicher glaubt immer nur von Berlin, daß es die Stadt ist, wo man schlecht ißt. Aber nicht einmal das ist mehr wahr.«46 Im Juli 1931 berichtet er für die »B. Z. am Mittag« von den Salzbur- ger Festspielen, unter anderem von der »Stella«-Inszenierung Max Reinhardts47, von »Orpheus und Eurydike« in der Regie von Karlheinz Martin und unter dem Dirigat von Bruno Walter48 und der verregneten Naturtheater-Premiere von »Was ihr wollt« im Park von Reinhardts Schloß Leopoldskron  …  – Festspielen mit Hindernissen. Wegen star- ken Devisenabflusses führt Deutschland 1931 eine Ausreiseabgabe von 100 Reichsmark ein, die »Hundertmarksperre«. Folge: Die Hotels sind Ende Juli so spärlich belegt wie in der Vorsaison.49 Kuh ist wieder ein- mal begeistert vom »Menschenschlag, in dem sich Koketterie, Freude, Sinnlichkeit, Grandezza und Wirklichkeitsgefühl zu einer Art romani- scher Deutschheit mischt«, der die Atmosphäre auf dieser Insel der Unaktualität namens Salzburger Festspielwochen prägt, dieses »freu- dige, doch von einer elegischen Abschiedssonne beglänzte Gestern«,50 und ist hin und weg vom Kinder-»Jedermann« auf dem Domplatz: »Die Leser der ›Süddeutschen Sonntagspost‹ würden, wenn sie das sähen, vor Rührung heulen; ich bin ein hartgesottener Sünder, aber es war das Schönste, was ich bisher gesehen habe, und dabei: Die ›Süddeutsche Sonntagspost‹-Welt als Salzburger Wille und Vorstellung!‹«51 schreibt er im Begleitbrief an die Redaktion. Er selbst sorgt auch für Gesprächsstoff und Anekdoten, die sich hartnäckig an jeden seiner Schritte heften. Sein meistbesprochenes Salz- burger Erlebnis referiert Willi Frischauer in Kuhs eigenen Worten: »›Wissen Sie‹, sagt er, ›die Sensation von Salzburg war die Entrevue zwischen dem reichsten und dem ärmsten Salzburger Festspielbesucher. Ahnungslos unterhalte ich mich mit einem amerikanischen Mädchen, sehr hübsch, sehr nett, da kommt plötzlich Papa. Sonst habe ich das in solchen Situationen nicht gerne, aber als sie vorstellte, war ich beruhigt. Es ist doch etwas Eigenartiges, wenn ein kleines Mädchen so sagt:
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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