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Anton Kuh - Biographie
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336 Kuh zeigt das Blatt dem Hotelkassier: ›Sehen Sie, da nehmen Sie sich ein Beispiel, Sie haben mich am Tag der Abrechnung nie zu finden gewußt!‹«9 Kuh bringt derlei G’schichterl ums Schnorren, um kastendurchschnob- bernde Pfändungsbeamte und seine chronische »Stierität« selbst in Umlauf und ist auch gar nicht empfindlich, wenn derartige »launige« Histörchen über ihn kolportiert werden; etwa jene von Paul Morgan überlieferte »Begebenheit«: »Anton ist im Geldnehmen und Eingeladenwerden nicht schüchtern. Ich habe ihn im Restaurant niemals selbst bezahlen gesehen. Aber er ist sehr witzig und seine Bonmots bei Tische sind die Zeche wert. Jüngst sieht er mich in eine Droschke springen. ›Ich hab’s auch eilig‹, ruft er, ›ich fahr mit.‹ ›Wohin?‹ frage ich. ›Halensee.‹ ›Ausgezeichnet. Ich muß nach der Bleibtreustraße. Ich steige vorher ab und gebe Ihnen das Geld zur Weiterfahrt.‹ Als ich den Wagen halten lasse, zeigt die Uhr gerade 2 Mark 40. ›Hier haben Sie 3 Mark. Mehr als 60 Pfennige macht’s nicht bis Halen- see.‹ ›Waaas?‹ tobt Anton, ›bloß 3 Mark geben Sie mir, wo der Zeiger auf 2 Mark 40 steht?  … Wollen Sie vielleicht auch noch mein Jackett!!?‹«10 Einem dieser »launigen« G’schichterln widerspricht er indessen vehe- ment: Fred Heller hat in der »Bühne« Episoden aus dem »Wiener Lite- ratur-Café« erzählt, unter anderem unter dem Titel »Die Kunst, zu schnorren« eine über Kuh, die darin gipfelt, daß dieser einst vor dem Hotel-Restaurant »Meissl und Schadn« einen wohlhabenden Industri- ellen um Geld ersuchte und, als sich in diesem Augenblick auch ein bettelnder Invalide an den Herrn herandrängte, zu jenem gewandt aus- gerufen habe: »Weg da!  – hier schnorr ich!«11 Kuh entgegnet in einem Leserbrief auf diese Anekdote, die er als »rohe Geschmacklosigkeit« empfindet, und ersucht, deren »Erfundenheit« festzustellen  – »nicht mit Rücksicht auf mein Prestige als das eines Mannes, der die Reichen nicht anpumpt, sondern in Hinsicht auf mein achtungsvolles und herz- liches Verhältnis zu den Bettlern«.12 Die meisten Kuh-Anekdoten, die vom »Czernowitzer Morgenblatt« über die Pariser Satirezeitschrift »Cyrano« bis zum »Argentinischen Tageblatt« unter Titeln wie »Kuhrioses«, »Kuhiaden« oder »Also sprach Kuh« zuhauf kursieren, haben das Pump-Genie zum Thema, viele an- dere seine Schlagfertigkeit:
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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