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Anton Kuh - Biographie
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366 schmuck und Triumphpforten, das Auswärtige Amt fordert von der französischen Regierung Aufklärung, und der politischen Rechten dient die Köpenickiade dazu, nationalistische Ressentiments gegen den »Erb- feind« zu schüren, zu revanchistischen Tiraden inklusive Säbelrasseln. Der »Rückkehrer« wird als Held gefeiert, mit zahlreichen Ehrungen bedacht und tourt als Vortragender durch die Lande. Die Note des Quai d’Orsay an die Deutsche Botschaft in Paris in der Angelegenheit Daub mann wird am 8. September 1932 in deutschen Tageszeitungen ver öffentlicht. Das Ministerium des Auswärtigen beehrt sich darin, mit zuteilen, daß trotz intensivster Nachforschungen in französischen Archiven nicht eine Spur zu finden gewesen sei. Die französische Regie- rung habe ja schon in einem früheren Stadium erklärt, daß sich keine deutschen Kriegsgefangenen mehr auf französischem Boden befinden. Am 11. Oktober 1932 wird »Oskar Daubmann« verhaftet, nachdem er mit Hilfe von Fingerabdrücken als Karl Ignaz Hummel identifiziert worden ist. Symptomatisch an diesem Fall findet Kuh, daß in Deutschland der- artige Legenden, wie »bestellt und geliefert« wirken. Im ganzen Pomp und Trara, im »papierenen Hochschwall der Rührung, mit dem sie als eine Art ›Denkmal des heimgekehrten Soldaten‹ zelebriert wurde, lag etwas Altbekanntes, Irrgängerisches, das den dazugehörigen Schwind- ler als Punkt auf dem i fast herbeizurufen schien. Es gibt Situationen, die sich oft erst solcherart ihren Sinn erzwingen.« Und wehe dem, der einen Mißton in den Fanfarenstoß bringt! Ein Bekannter Daubmanns, der in einem Zeitungsartikel schlüssig seine Zweifel an der ziemlich grob gestrickten Legende vortrug, wurde als  Vaterlandsverräter gebrandmarkt. Legenden-Stimmungen zu stö- ren  kann lebensgefährlich sein. »Aber gerade diese überrasch, sozu- sagen von heute auf morgen auf die Beine gebrachte Front der Feier- lichkeits-Überwacher und Ärgernisnehmer«, hätte, so Kuh, »stutzig machen müssen. Man weiss erfahrungsgemäss zu gut, dass sie das vor- bereitete Ehrenspalier ist, an dem die Lüge verbeidefiliert. Man weiss, dass sie es ist, auf deren eigentliche Bestellung Narren und Schwindler ihren Spuk treiben.« Kuh weiter: »Es gibt diesen Fall Daubmann bei uns noch in anderen Ausgaben. Man kann die politischen Analogien vom nächstbesten politischen Baum pflücken. Und bei manchen von ihnen wird erst die Weltgeschichte die Enthüllung bringen müssen, dass Daubmann-Hummel, der heimgekehrte Sohn seines Volkes, ein Fremder war.«28 »Anton Kuh. Auch wer gegen sensationelle Ankündigungen immer einiges Mißtrauen hegt, kann Ihnen bescheinigen, daß es Ihnen in Ihrem
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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