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Anton Kuh - Biographie
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384 wurde so mit unerhörter Symbolik aus dem Degen Nietz- sches der Stock Försters«!48 Mitte Januar 1934 ist Kuh wieder in Prag, wo er am 18. des Monats in der Städtischen Bücherei unter demselben Titel wie in Paris spricht, am 22. Januar im Städtischen Kurhaus Teplitz. Vier Tage darauf wirkt er als Conférencier am Bunten Abend mit, den das Šalda-Hilfskomitee unter dem Titel »Akademie für Emigranten« zugunsten der deutschen Emigranten im gro- ßen Prager Radio-Saal veranstaltet. »Erlaubte Karikaturen« nennt Kuh einen anläßlich der diplomati- schen Turbulenzen, die eine Karikaturen-Ausstellung – darunter Werke von George Grosz, Th. Th. Heine und John Heartfield  – im Pavillon des Künstlervereins Mánes auslöste, spontan für den 23. April angesetzten Vortrag in der Städtischen Bücherei. Der deutsche Gesandte in Prag hatte sich in einer Verbalnote beim tschecho- slowakischen Außenministerium schärfstens gegen »diese er- neuten Beleidigungen und Verunglimpfungen des Reichspräsi- denten, des Reichskanzlers und anderer führender deutscher Staatsmänner sowie gegen die Herabwürdigung des deutschen politi- schen Lebens und der Staatssymbole« verwahrt und dringend ersucht, »für die beschleunigte Entfernung dieser Machwerke Sorge tragen zu wollen«.49 Auf eine zweite Demarche des deutschen Gesandten  – man hatte diesen wissen lassen, daß man sich nicht in eine künstlerische An- gelegenheit, wie sie die Karikaturen-Ausstellung darstelle, einzumischen gedenke  – hatte die Prager Bevölkerung mit einer spontanen Demonstra- tion geantwortet: einem massenhaften Besuch der Ausstellung. Das Außenminsterium gab dem politischen Druck indessen nach und ließ unter dem fadenscheinigen Vorwand »Erregung öffentlichen Ärgernis- ses« sieben Photomontagen John Heart fields entfernen.50 »Die Photomontage ist entstanden aus dem hoffnungslosen Wettbe- werb der Karikatur mit den Originalen«, so der Grundgedanke Anton Kuhs, der »im stark besetzten Saal« der Städtischen Bücherei »von Napoleon bis zu den Heutigen […] eine Gesichter-Parade aufmar- schieren [ließ]. Das Publikum dankte mit herzlichem Beifall.«51 Am 16. Mai steht er, stimmlich indisponiert, mit »Nietz- sches Spazierstock oder das Pimperltheater der Rasse« auf der Bühne des Brünner Typossaals, um wieder einmal den Versuch, Nietzsche als »Evangelisten des ›neuen Deutschland‹« einzu- spannen, ad absurdum zu führen. Vom Rückübersetzungsfeh- ler Léon Daudets, der Nietzsches »Umwertung aller Werte« als »Unterwertung aller Werte« wiedergegeben hatte  – daran Teplitz-Schönau / Teplice-Šanov, Städtisches Kurhaus, 22.1.1934, 20 Uhr: Die Metaphysik als Hausknecht oder Der bellende Rundfunk oder Von Demosthenes zu Knieriem Prag, Städtische Bücherei, 23.4.1934, 20 Uhr: Erlaubte Karikaturen Brünn / Brno, Typossaal, 16.5.1934, 20 Uhr: Nietzsches Spazierstock oder das Pimperltheater der Rasse
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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