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Anton Kuh - Biographie
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400 könnte das die Geburt des Ereignisses aus dem antizipierten End- Communiqué nennen. Die Propaganda befiehlt solcherart in der Tat dem Ereignis. Aus dem bereits in der Schreibtischlade befindlichen Kriegsultimatum sozusagen wird das vorausgehende, anpassungsvolle Friedensgeplänkel betrieben. Wie will die Umwelt mit dieser Methode mitkommen! Wie kann sie, die den umgekehrten Weg nimmt, ohne tiefstes Misstrauen den Verschwörern gewachsen sein!  – indem sie deren Redaktions-Methode sich zu eigen macht!«12 Weil der Vortrag von Hans Natonek in dessen Kolumne »Wochen- revue« nur kursorisch plaudrig und ohne auf den Inhalt einzugehen gestreift wird,13 protestieren zahlreiche Leser, woraufhin der »Montag« eine ausführliche Besprechung von Dr. Arthur Lederer, Brünn, nach- reicht, der sich dagegen verwahrt, daß Natonek Kuhs Ausführungen als »genial-unwiderstehlichen, rasanten Sprühregen einer Wortdusche« bezeichnet und über der brillanten Form sich dem Inhalt völlig ver- schlossen hatte. Wie schon die »Weltbühne«, die es bedauert hatte, daß der »grandiose Vortrag« nicht durch den Rundfunk übertragen worden ist, regt auch Lederer an, Kuhs meisterhafte Analyse des Faschismus als »Eintritt eines neuen Standes, nämlich der entfesselten Subalternen, in die Weltgeschichte«, in Broschürenform erscheinen zu lassen. Und em- pört sich über die Undankbarkeit, in einer derart substantiellen Rede bloß einen geistigen Sprühregen sehen zu wollen. Damit gebe man nämlich »das Geschenk des Redners: seine Gedanken nicht in öden akademischen Abstraktionen, sondern in wirklichkeitsvollen, fesselnden Bildern und Blitzen vorzutragen, als Einwand zurück! Es war ja von jeher ein Aberglaube unter den Deutschen, dass der ›seriöse Redner‹ ein würdevolles Vokabular gebrauchen und seine Hörer langweilen müsse. Aber ist  – um wieder mit einem Ausspruch Kuhs zu reden  – der Pytha- goreische Lehrsatz etwa deshalb unwahrer, weil man über ihn auch lachen könnte?«14 Selbst wenn Kuh nicht Klartext redet, sondern sich den Zwang auf- erlegt, Dinge auszusprechen, ohne sie zu benennen, wie bei seinem letzten Vortrag in Wien am 18. November 1937 im Offenbach-Saal, fällt »manches Wort, das mit erschreckender Klarheit Situationsbericht und Deutung zugleich war«.15 Gast der »Jüdischen Kulturstelle«, wird er ohnehin recht deutlich: »Was den Judenpunkt oder die Judenfrage anlangt, jonglierte Kuh mit dem Bonmot, die Juden seien dumm ge- wesen, weil sie all das, was ihnen der ›deutsche‹ Antisemitis- mus anhängte, nicht getan hätten; nicht auf Machteroberung und nicht auf Weltorganisation und nicht auf Herrschenwollen Wien, Offenbach-Saal, 18.11.1937, 20 Uhr: Das dümmste Jahrhundert seit Christi Geburt
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Anton Kuh Biographie
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Anton Kuh
Untertitel
Biographie
Autor
Walter Schübler
Verlag
Wallstein Verlag
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8353-3189-1
Abmessungen
13.8 x 22.2 cm
Seiten
576
Kategorie
Biographien
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