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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
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Ferdinand Welz erhielt noch drei weitere Auf- träge für Denkmäler im Arkadenhof der Univer- sität Wien. Alle seine Denkmäler zeichnen sich durch eine starke Idealisierung und eine glatte Ästhetik aus (Abb. 15). Welz entwickelte seine künstlerische Handschrift vor allem in der Me- daillenkunst. Seit 1955 leitete er an der Akademie der bildenden Künste in Wien die Meisterschule für Medailleurskunst, in den 1970er-Jahren war er dort auch Rektor und Prorektor und emeri- tierte im Jahr 1985 im Alter von 70 Jahren. Beim Denkmal für Hans Kelsen (1881–1973), der maß- geblich an der Ausarbeitung der Österreichischen Bundesverfassung mitgewirkt hatte, gab die „ar- tistische Kommission“, zu deren Vorsitzendem Prof. Filitz vom Institut für Kunstgeschichte er- nannt worden war, erneut zu bedenken, dass das Aufstellen von Denkmälern „überholt“ sei. Den- noch wurde die Aufstellung vom Akademischen Senat genehmigt. Die Finanzierung war durch das Hans Kelsen-Institut gesichert. Interessant ist, welche Wirkung diese recht kalte Büste au- ßerhalb der Universität Wien hatte. Auf Wunsch des damaligen Präsidenten des italienischen Ver- fassungsgerichtshofes La Pergola steht heute eine Kopie dieser Büste in der Universität von Bolo- gna. 1987 wurde sie vom Präsidenten des öster- reichischen Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich jr., dem Rektor der Universität Bo- logna übergeben.22 Der ehemalige Bundesprä- sident Heinz Fischer, der im Jahr 1984 als Mi- nister für Wissenschaft und Forschung an den Enthüllungsfeierlichkeiten teilgenommen hatte, wünschte sich eine weitere Kopie, die er 2007 in seinen Amtsräumen im Leopoldinischen Trakt der Hofburg aufstellen ließ.23 Beim Denkmal für den Mathematiker Johann Radon (1887–1956) 145zeitgemäss 22 R. Walter, Bleibende Erinnerungszeichen an eine Rechtslehre, in: T. Olechowski u. a. (Hg.), Grundlagen der österreichischen Rechtskultur. Festschrift für Werner Ogris zum 75. Geburtstag, Wien 2010, S. 552–553. 23 R. Walter (wie Anm. 22), S. 545. Abb. 15: Denkmal für Hans Kelsen im Arkadenhof der Uni- versität Wien. Abb. 16: Ferdinand Welz, Denkmal für Johann Radon im Arkadenhof der Universität Wien.
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Titel
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Herausgeber
Ingeborg Schemper-Sparholz
Martin Engel
Andrea Mayr
Julia Rüdiger
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
WIEN · KÖLN · WEIMAR
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20147-2
Abmessungen
18.5 x 26.0 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
Kategorien
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