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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
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beschattet, narkotisiert und erstickt, damit kei- ne augenfällige Spur des gewaltsamen Aktes hin- terlassen wurde. Zusätzlich zu der Empörung gegenüber die- sen Aktionen, die die Hauptstadt und andere englische Städte geißelten, äußerte Goethe die begründete Befürchtung, dass die teuerste Rech- nung nicht die Verbrecher, sondern die Wissen- schaftler bezahlen würden: Die Reaktion gegen die Leichenräuber habe schrittweise zu einer ge- ringeren Verfügbarkeit von legal aufgetriebenen Kadavern geführt sowie zur anschließenden Ein- schränkung der Sezierpraktiken. In diese Rich- tung habe sich auch die öffentliche Meinung entwickelt, die immer geneigter sei, die Todes- strafe abzuschaffen: Man denkt an die Verbesse- rung des Zustandes entlassener Verbrecher, man er- zieht verwilderte Kinder zum Guten, und schon findet man es höchst unmenschlich, Fehler und Irrt- hümer auf das Grausamste nach dem Tode zu be- strafen. Landesverräther mögen geviertheilt werden, aber gefallene Mädchen in tausend Stücke anato- misch zu zersetzen, will sich nicht mehr ziemen.4 Es handelt sich dabei gewiss nicht – unnö- tig, es zu sagen – um ein Plädoyer für die To- desstrafe, sondern um die Sorge den wissen- schaftlichen Fortschritt betreffend, der in den Jahrhunderten viel Nutzen aus den anatomi- schen Beobachtungen gezogen hat. Goethe spür- te die Notwendigkeit, etwas zu tun, auch weil das Sezieren von Leichen als Teil des Medizin- studiums in Deutschland wie auch in England einen sehr schlechten Ruf genoss. Von religiösen und im Volksglauben verankerten Vorbehalten pietro conte214 4 Ebenda, S. 61–62. Abb. 1: Jeremy Bentham, Auto-Icon, 1832. University College London. Open Access © 2018 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Titel
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Herausgeber
Ingeborg Schemper-Sparholz
Martin Engel
Andrea Mayr
Julia Rüdiger
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
WIEN · KÖLN · WEIMAR
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20147-2
Abmessungen
18.5 x 26.0 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
Kategorien
Geschichte Chroniken
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