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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
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sen.11 Die ersten auffallend schlichten Denkmäler entsprachen folgenden Typen: Steinplatten mit Inschrift (Abb. 2), stilisierten Sarkophagen, ver- kürzten Pyramiden oder verkürzten Säulen. Ein interessanter Fall ist hierbei jener des Grabsteins für Jean Calvin (1509–1564), den Begründer der Universität, dem zunächst kein Denkmal errichtet wurde, um kultischer Vereh- rung keinen Raum zu bieten. Im 19. Jahrhundert schuf die Regierung, unter dem Druck holländi- scher Pilger, ein symbolisches Grab: einen Stein mit den Initialen J. C. (für Jean Calvin, Abb. 3).12 Dieses Denkmal ist das bescheidenste aller Grab- mäler des Friedhofs und kann als minimalisti- sches Kunstwerk betrachtet werden. Die Regie- rung ließ dann später eine Absperrung errichten und eine dichte Bepflanzung vornehmen, viel- leicht um die Besucher daran zu hindern, Blu- men niederzulegen (Abb. 4). Damit wurde es zu einem symbolischen Grabmal, das einen mini- malistischen Kenotaph verdeckt. Im Gegensatz dazu erweckte das gemalte Por- trät nicht dasselbe Misstrauen, wie das in Stein gehauene.13 1702, anlässlich der Renovierung der grégoire extermann272 11 D. Ripoll, Ci-gît J. C. (zit. Anm. 6), S. 453. 12 Solche Inschrift, die unabsichtlich Christusinitialen wiederholt, klingt aber zweideutig. Ebenda, S. 454–455. 13 D. Buyssens, Introduction; Le premier musée de Genève, in: „La bibliothèque étant un ornement publique …“ Ré- forme et embellissement de la bibliothèque de Genève en 1702 (hrsg. von D. Buyssens/T. Dubois), Genève 2002, S. 1–6, 91–131, 94–98. Mit der Porträtgalerie erhielt die Bibliothek auch eine Wunderkammer („Cabinet de curiosi- tés“, S. 103–131). Abb. 3: Calvin’s Denkmal, ante 1850. Genf, Friedhof von Plainpalais. Abb. 4: Calvins Pseudo-Grabmal. Genf, Friedhof von Plainpalais. Open Access © 2018 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Titel
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Herausgeber
Ingeborg Schemper-Sparholz
Martin Engel
Andrea Mayr
Julia Rüdiger
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
WIEN · KÖLN · WEIMAR
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20147-2
Abmessungen
18.5 x 26.0 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
Kategorien
Geschichte Chroniken
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