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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
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10).52 Das Leibniz-Denkmal wird zusammen mit der Goethebüste nun als ein Ensemble erkenn- bar, das dem bereits angesprochenen Geniekult der Vorjahre entspricht. Ab sofort und auch wei- terhin werden die Büsten als zusammengehörig angesehen, denn 1899 werden sie im Zuge der Ausstattung der neuen Wandelhalle gemeinsam positioniert.53 das leibniz-ensemble nach 1890 Arwed Roßbach ließ ab 1889 Umbaumaßnah- men durchführen. Die neue Wandelhalle ver- band die Komplementärgebäude Johanneum und Albertinum mit dem erweiterten Augus- teum. Ein Innenhof überbrückt zum Neu- bau des Paulinums. Die Veränderungen betra- fen auch die Büstenensembles. Während man sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts gezielt um die Gelehrtenmemoria in der Aula bemüht hat- te, entwickelte sich die Aufstellung von immer zahlreicheren Büsten zu einem prestigefördern- den Mittel. Die auf Innenansichten der Wandel- halle abgebildeten dunklen Stelen sind für Büs- ten vorbereitet (Abb. 11), die auch auf der oberen Galerie zahlreiche leicht überlebensgroße Pro- fessorenbildnisse trugen (Abb. 12).54 Diese Flut von Bildnissen machte eine Kontrollinstanz er- forderlich: Eine „Büstenkommission“ sollte den Andrang begrenzen.55 Im Hinblick auf die Leib- niz- und Goethebüste wurde diese Kommissi- on ebenfalls herangezogen. In der Folge wur- den sie für den Umbau entfernt und 1899 in der Wandelhalle platziert.56 Die Kollossalbüsten, der Leibnizkopf und sein Pendant, sollten die vor- handenen Professorenbildnisse nun ersetzen. Ein Jahrzehnt später kam die Büstenkom- mission noch einmal auf Leibniz zu sprechen, da in der Wandelhalle noch für das Denkmal der 1870/71 Gefallenen der Universität Platz ge- schaffen werden sollte.57 Zusätzlich fertigte Carl Ludwig Seffner 1909, im Jubiläumsjahr der Uni- versität, eine kolossale Büste aus gelblichem Mar- mor etwa gleichen Formats. Sie zeigt den Dichter Gotthold Ephraim Lessing.58 Offenbar sollten die UnbeqUemer Gelehrter, einGeheGtes Genie? 297 52 Monument von E. I. Einsiedel (sign. 1872), vgl. Janda-Bux, Die Entstehung der Bildnissammlung (zit. Anm. 15), S. 178, Nr. 298. 53 „die beiden, jetzt in der Aula […] Büsten von Leibnitz u. Göthe aus der Aula in die Halle versetzt werden […]“, Univ.-Arch. Leipzig, II/III Litt. C, Nr. 8 (Acta Aufstellung von Büsten usw. in der Wandelhalle usw. betr., 1897), Bl. 10, Eintr. v. 5. 2. 1899. 54 Vgl. R. Bruck, Arwed Rossbach u. seine Bauten, Berlin 1904. 55 Janda-Bux, Die Entstehung der Bildnissammlung (zit. Anm. 15), S. 155, Quelle (zit. Anm. 53), Bl. 5 ff. 56 Janda-Bux, Die Entstehung der Bildnissammlung (zit. Anm. 15), S. 178, Quelle (zit. Anm. 53), Bl. 10. 57 „im Erdgeschoss der Wandelhalle das Kriegerdenkmal an die frühere Stelle zurückzustellen und den Büsten andere Plätze einzuräumen“, zit. Quelle (zit. Anm. 53), Bl. 48. 58 A. Janda-Bux, Katalog des Kunstbesitzes der Universität Leipzig mit besonderer Berücksichtigung der Gelehr- tenbildnisse, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität Leipzig. Gesellschafts- und Sprachwissen- schaftliche Reihe 4, 1954/44, S. 169–197. Abb. 10: Leipzig, Aula der Universität Leipzig, Fotografie, nach 1870/71, vor 1892, Leipzig, Stadtgeschichtliches Muse- um Leipzig.
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Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Titel
Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa
Herausgeber
Ingeborg Schemper-Sparholz
Martin Engel
Andrea Mayr
Julia Rüdiger
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
WIEN · KÖLN · WEIMAR
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20147-2
Abmessungen
18.5 x 26.0 cm
Seiten
428
Schlagwörter
Scholars‘ monument, portrait sculpture, pantheon, hall of honour, university, Denkmal, Ehrenhalle, Memoria, Gelehrtenmemoria, Pantheon, Epitaph, Gelehrtenporträt, Büste, Historismus, Universität
Kategorien
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