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Auf die Tour! - Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Seite - 179 -
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Dieurbanen„Busentempel“alsMöglichkeitsräume 179 undweil einGroßteildesPublikumsselbst schonTeil einer solchenKarten- partie gewesenwar. Es bliebnichtnurbei der Inszenierungdes Stückes als DieKlabriaspartie, sonderneskamauchzueinerVielzahlvonAdaptionenan verschiedene, zeitrelevanteDiskursewieetwadenjenigenderMigration.So gingauchDieKlabriaspartieaufReisenundwurdeunterdemAufhänger„Das Leben istnureinKartenspiel“etwa1894alsDieKlabriaspartie vonChicago im EtablissementImperial inBudapestaufgeführt.6 Reiseerfahrungen,wiesiedasStückDieKlabriaspartie thematisierte,brachte einerderbekannten jiddischenLiteratenaufdenPunkt. „DulieberGott,was manunterwegsalleserlebt“,begannScholemAlejchemeineAufsatzsammlung. Er selbst sei „einReisender“,7 schreibtAlejchemundcharakterisiertdieBe- sonderheit zeitlicherundräumlicherErfahrungdesReisenswie folgt: „Da ich sovielunterwegsbin,geschiehtesmirsehroft,daßichganzeTageherumsit- zeundkeinenFingerrühre.Esgibteinfachnichtszutun.“8Unterwegsgebe es zwar viel zu erleben, dasReisen selbst aber rufe eine irritierteWahrneh- mungvonZeit,Raumundder eigenenPersonhervor.DieEntdeckungder BesonderheitendesUnterwegsseins sowieder vonüblichenGewohnheiten abweichendenWahrnehmungderräumlichenundzeitlichenUmgebungteilte nichtnurScholemAlejchem,sondernauchvieleandereKünstler*innenmit ihrenZeitgenoss*innen.Unabhängigdavon,welchenMobilitätsmustern sie folgtenoderauswelchenGründensieunterwegswaren:DieBezeichnung,die ScholemAlejchemdafür fand, ist eine treffende.Sieallewaren„Handlungsrei- sende“.9DieseverschiedenstenErfahrungenbeiHandlungsreisen fandensich reflektiert inderPopulärkulturderZeitundwurdenbeiAdaptionenwie jener derKlabriaspartie indenEtablissementsmiteinandergeteilt. VonderartigenStück-undLiedadaptionenundwieMobilitätdiesebeein- flusste,handeltdiesesKapitel.DerFrage,wiedieAutor*innendasReisen in populäreStückeundLiedereinflochten, sowiedas indenverschiedenenFas- sungenderKlabriaspartiegeschah,gehtdasKapitelmithilfevonweiterenBei- spielennach.AspektederTransnationalitätunddes interkulturellenTransfers werdenanhanddreierMotive,die inCouplets,Liedernundanderenpopulären Stückenbesonders rekurrentwaren, herausgearbeitet: Reisen,Beziehungen und Intimes. Selbstredend ist, dassdieseMotivenatürlichauch ineinander- flossen.10DieZeitgenoss*innenerkanntensiealsgeeignet,umverschiedene 6 D.K., „EtablissementImperial“, IAR,20.1.1894,5. 7 ScholemAlejchem,Eisenbahngeschichten,7. 8 Ebda. 9 ScholemAlejchem,Eisenbahngeschichten,8. 10 DiesedreiMotivewähltedieAutorinausder systematischenSichtungdesbreitenKorpus unterschiedlicherManuskripte(Textbücher),dieumdieJahrhundertwendevondenimdritten © 2021 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H & Co. KG, Wien https://doi.org/10.7767/9783205211884 | CC BY 4.0
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Auf die Tour! Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Zwischen Habsburgermonarchie und Amerika
Titel
Auf die Tour!
Untertitel
Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Autor
Susanne Korbel
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21188-4
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
272
Kategorie
Kunst und Kultur
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