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Auf die Tour! - Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
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Singen,SpielenundErzählendarüber,„wasmanunterwegsalleserlebt“ 185 schaftaGrabsteinbestellt, sodarf derReisendenicht sagen:Es sollmich freuen, recht baldwiedermit IhrengeschätztenAuftragbeehrt zuwerden, sonstkannes ihmpassie- ren,daßerstattaAuftragapaargute fraß/:Ohrfeigen :/bekommt.[!]34 DieSoloszene,dieausEntréelied(mitEndreimen)undProsabesteht, erzählt dann vielmehr über die – sexuellen –Missgeschicke imberuflichenAlltag des„CommisVoyageurs“:SigiMauldrescher, so seinName,beginnt seineAus- bildungals „Praktikant“mit fünfGuldenMonatslohn.DieseArbeit, lässt er dasPublikumwissen, hat er aufgrund seiner „Platzkenntnisse“, alsowegen seinesWissensumdieörtlichenGegebenheiten,bekommen.Andersals sein „böhmischerChef“, ist er bereits in seinerPraktikantenzeit der einzige, der arbeitet.WährendderChef ständig isst,wasSigi ihmzuvorbesorgenmuss, schrubbtdieserFußböden.StattDankundAnerkennunghabeeranstelleeiner VerköstigungnurdieplumpeAussagezuhörenbekommen,er solledochden „GummivondenBriefmarken lutschen“. DemangespanntenVerhältniszuseinemArbeitgebersteht jeneszuseiner Chefingegenüber,mitdererüberausgutauskommt.Siebewundertdie„Leis- tungsfähigkeitundjugendlicheKraft“desProtagonisten:FürseineFähigkeiten beim„Nummerieren“ lobesie ihnbesonders.GeradediesesTalentwird jedoch zumProblem,alsderChefbeim„gemeinsamenNummerieren“mitderChefin dazukommtundihnkurzerhandentlässt.DerProtagonistsiehtdasaberpositiv –dennschließlichgelangterdadurchzueinerwichtigenErkenntnis fürsein MobilseinundseinezukünftigeKarriere:„FernermußaReisender,wanner wohinkommt,vorallemmit’nHausknechtFreundschaftschließen.Kommtes dannzumHinauswerfen, sokannmanaufasanfteBehandlungrechnen.“[!]35 Nichtdarumverlegen, sich inderWeltumzusehen,hatder„CommisVoya- geur“GlückundfindetseinenächsteAnstellung ineinerWäschereifabrikals Aufsehervon fünfzig „Mädln“.Für ihnseidas eineKleinigkeit– zumindest so lange,biserauchjetztwiedermiteiner„Probirmamsell[!]“ intensiverzu- sammenzuarbeitenbeginnt.BaldmussesdasselbeEndewiezuvornehmen, denn„[k]annsichdannaMenschzamreißen?Richtigbin ichhinausgeworfen worden.“[!]36EsfolgteineAnstellungalsVertreterfüreineWeingroßhandlung, die für ihren schlechtenWein bekannt ist. Sigis verkäuferischemTalent ist diesnichtabträglich.ErverkaufteinerKundschaftdenWeinalsPräsent für derenSchwiegermutter.Als sichderKunde jedochnachkurzerZeitmeldet und ihn in tieferDankbarkeitwissen lässt, dass er ihmbei derBeseitigung 34 LouisTaufstein,DerReisende.NÖLA,NÖReg.Präs.TheaterTB–TextbücherderTheater- zensur117/4. 35 Ebda. 36 Ebda. © 2021 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H & Co. KG, Wien https://doi.org/10.7767/9783205211884 | CC BY 4.0
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Auf die Tour! Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Zwischen Habsburgermonarchie und Amerika
Titel
Auf die Tour!
Untertitel
Jüdinnen und Juden in Singspielhalle, Kabarett und Varieté
Autor
Susanne Korbel
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21188-4
Abmessungen
15.9 x 24.0 cm
Seiten
272
Kategorie
Kunst und Kultur
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