Seite - (000191) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Bild der Seite - (000191) -
Text der Seite - (000191) -
1799.2
Carsharing: „Kernapplikation“ neuer Mobilitätskonzepte
Marktführer im klassischen Carsharing mit einer Flotte von rund 10.000 Fahrzeugen in
den USA sowie Kanada, Großbritannien, Spanien und Österreich ist das im Jahr 2000 ge-
gründete amerikanische Unternehmen Zipcar, das inzwischen zur AVIS Budget Gruppe
gehört (Stand August 2014).
9.2.2 Flexibles (One Way) Carsharing
In den vergangenen Jahren sind neue Formen von Carsharing entstanden. Als neuen Typ
des gewerblichen Carsharing gibt es inzwischen vor allem in Deutschland, aber auch in
Großbritannien und den USA, das sogenannte „flexible“ Carsharing, dessen Flexibilität
hauptsächlich darin besteht, dass keine vorherige Vereinbarung mit dem Betreiber über
Zeitpunkt und Dauer der Nutzung getroffen und das Fahrzeug nicht an einem bestimmten
Ort abgeholt und dorthin zurückgebracht werden muss. Vielmehr nehmen die Nutzer das
Fahrzeug dort auf, wo sie es antreffen, und geben es an beliebiger Stelle innerhalb des vom
Betreiber definierten Geschäftsgebietes ab. Die Informationen über den Standort ausleih-
barer Fahrzeuge erhalten die Nutzer aus dem Internet oder über eine Smartphone-App;
grundsätzlich kann das Fahrzeug auch en passant ausgeliehen werden, d. h., man leiht ein
an der Straße geparktes, nicht reserviertes Fahrzeug aus. Auch hier ist die Registrierung
beim Betreiber der Flotte Voraussetzung für die Nutzung des Fahrzeugs, die per Chipkarte
oder neuerdings direkt über das Smartphone initiiert wird.
Das weltweit führende Unternehmen im flexiblen Carsharing ist Car2Go mit mehr als
10.000 Fahrzeugen in 27 Städten in Europa und Nordamerika (Stand August 2014). In
Deutschland verfügen die Anbieter des flexiblen Carsharing über eine Flotte von insgesamt
etwa 6250 Fahrzeugen [5], die allerdings fast ausschließlich in großen Städten mit mehr
als 500.000 Einwohnern, so beispielsweise in Berlin, Hamburg oder München, angeboten
werden. Dabei umfassen die Geschäftsgebiete nicht das gesamte städtische Territorium,
sondern sind auf Teile davon beschränkt, hauptsächlich auf das Innenstadtgebiet sowie
angrenzende Gebiete und „Inselgebiete“, in denen eine hohe Nutzungsfrequenz gegeben
ist. Neben einer einmaligen Anmeldegebühr fallen keine weiteren regelmäßigen Kosten an.
Die Nutzung der Fahrzeuge wird über einen zeitabhängigen Nutzungstarif, meist pro Mi-
nute, berechnet. Kosten für den Treibstoff sind wie beim stationsbasierten Carsharing in
den Tarifen enthalten; darüber hinaus enthält die Nutzungsgebühr die Parkkosten, die üb-
licherweise als Pauschale direkt zwischen Anbieter und Kommune vereinbart sind.
Flexibles Carsharing startete als Pilotprojekt von Car2Go, einem Unternehmen des
Daimler-Konzerns, im Jahr 2009 in Ulm (Baden-Württemberg, Deutschland). Weitere
relevante Anbieter sind inzwischen das seit 2011 aktive DriveNow, ein Unternehmen von
BMW und der Sixt-Autovermietung, sowie der mit rein batterie-elektrisch betriebenen
Fahrzeugen ausgestattete Dienst Multicity, einer Kooperation von Citroën mit der Deut-
schen Bahn. Gleichzeitig versuchen sich zunehmend neue Anbieter im Markt, wie beispiels-
weise Quicar, das der Volkswagen-Gruppe angehört, oder Spotcar von Opel, das im Juni
2014 in Berlin gestartet ist.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung