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Autonome Fahrzeuge und autonomes Fahren aus Sicht der
Nachfragemodellierung254
Bei einer differenzierten Betrachtung des Wechselwunsches lassen sich fĂĽr die Haus-
haltsgröße und das Vorhandensein von Kindern, das Einkommen sowie die Anzahl der
Autos im Haushalt statistisch hoch signifikante Unterschiede aufzeigen. Am deutlichsten
diskriminierend wirkt jedoch die Einstellung zum Auto, ermittelt ĂĽber Fragen zur Assozi-
ation von FahrspaĂź und Autofahren sowie anhand der Frage, ob die Probanden den Alltag
ohne Auto gestalten könnten. Auch die Art des Wohnortes bewirkt deutliche Unterschiede
im Antwortverhalten: so antworten beispielsweise Bewohner ländlicher Kreise weniger
ablehnend als GroĂźstadtbewohner. Geschlecht, Bildungsstand oder Erwerbsstatus hinge-
gen wirken sich nicht statistisch signifikant auf das Antwortverhalten aus; dies gilt auch fĂĽr
den wahrgenommenen Parkdruck am Wohn- oder Hauptbezugsort. Differenziert nach den
Nutzungsszenarien sind eine höhere Skepsis bei Frauen gegenüber dem Vehicle-on-
Demand hervorzuheben sowie starke Unterschiede im Antwortverhalten gegenĂĽber dem
Valet-Parken in Abhängigkeit vom Vorhandensein von Kindern, von der Haushaltsgröße
und vom Einkommen.
Die Teilnehmer wurden darĂĽber hinaus fĂĽr je ein Szenario gefragt, wie sich ihrer Meinung
nach die Nutzung eines autonomen Fahrzeugs auf ihre bisherige Verkehrsmittelnutzung
auswirken wĂĽrde. Die Antworten erfolgten dabei fĂĽr jedes bisherige Verkehrs
mittel separat
und reichten von „viel seltener“ (-2) bis hin zu „viel häufiger“ (+2). Auf
fallend ist auch hier
der große Prozentsatz derjenigen, die nicht von einer Änderung ihres Ver
haltens ausgehen:
Mit Ausnahme des Taxis und des konventionellen Pkw geben stets zwischen 50 und 64 Pro-
zent der Befragten an, keine Änderung in ihrer Verkehrsmittel
nutzung vorauszusehen. Die
jeweiligen Mittelwerte der gegebenen Antworten fĂĽr die einzelnen antizipierten Verlage-
rungswirkungen sind in Tab. 12.1 darstellt. Ein Mittelwert von 0 ist dabei als Indifferenz zu
werten. Die Taxinutzung wird in allen Szenarien als rück läufig eingeschätzt. Bemerkenswert
ist, dass das Valet-Parken die stärksten Wechselassoziationen bewirkt – insbesondere bei der
Taxinutzung liegt der Mittelwert der Antworten mit -0,78 sehr niedrig.
Tab. 12.1 Auswirkung der Szenarien auf die bisherige Verkehrsmittelnutzung
Szenario Ich wĂĽrde ...
mit öffent-
lichen Ver-
kehrsmitteln
fahren. Ich wĂĽrde ...
mit dem Rad
oder zu FuĂź
unterwegs
sein. Ich wĂĽrde ...
mit dem Zug
unterwegs
sein. Ich wĂĽrde ...
mit dem Taxi
fahren. Ich wĂĽrde ...
mit einem
konventio-
nellen Pkw
fahren.
Autobahnpilot –0,36 –0,28 –0,35 –0,70 0,04
Valet-Parken –0,44 –0,28 –0,51 –0,78 –0,32
Vollautomat –0,33 –0,11 –0,41 –0,74 –0,23
Vehicle-on-D. –0,33 –0,15 –0,35 –0,78 –0,13
Mittelwerte der Antwortoptionen –2 viel seltener; –1 seltener; 0 gleich häufig; 1 häufiger; 2 viel
häufiger
Autonomes Fahren
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