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Auswirkungen des autonomen Fahrens auf das
Fahrzeugkonzept268
unterschieden. Als Baugruppen des Fahrzeugs stehen diese immer in einem Zusammen-
hang zum Insassen und der Umwelt, insbesondere dem Umfeld Straße. Die Interaktion
zwischen diesen Bereichen kann abstrakt als Austausch von Stoff, Energie und Signal
dargestellt werden (s. Abb. 13.2). Da die Fahrzeugautomatisierung diesen Austausch
grundlegend verändert, werden auch die Baugruppen beeinflusst. Ein Beispiel der Auto-
matisierungsauswirkung ist der Signalaustausch zwischen Umwelt und Mensch. Der Insas-
se muss nun nicht mehr der Fahraufgabe nachgehen und benötigt dementsprechend auch
keinen Signalaustausch mit der Umwelt, um sein Fahrtziel zu erreichen. Dieser auf dem
Austausch von Stoff, Energie und Signal basierende Ansatz ermöglicht eine weitere Struk-
turierung der Analyse unter Berücksichtigung der Schnittstellen.
Im Folgenden werden diese konzeptbestimmenden Bereiche und ihre Schnittstellen für
die in Kap. 2 ausgewählten Use-Cases und die damit möglichen Anwendungsszenarien im
Einzelnen betrachtet.
13.2 Autobahnautomat und Vollautomat mit Verfügbarkeitsfahrer
Obwohl sich die zwei Use-Cases „Autobahnautomat“ und „Vollautomat“ in ihrer Leis-
tungsfähigkeit bezüglich der autonomen Fahrt deutlich unterscheiden, lassen sich hin-
sichtlich der Fahrzeugkonzeptüberlegungen keine Unterschiede finden, da beide Use- Cases
an einen Verfügbarkeitsfahrer gebunden sind. Beim Use-Case „Vollautomat“ kann der
Einsatzbereich der autonomen Fahrt ausgedehnter sein und verlangt seltener eine Über-
nahme. Aber in beiden Fällen muss gewährleistet sein, dass eine Fahrzeugführung durch
einen fahrberechtigten Menschen in seiner Funktion als Verfügbarkeitsfahrer ohne Ein-
schränkung möglich ist. Damit ist für beide Fälle die Fahrzeugführung als „Mischbetrieb“
– autonom oder manuell – zu unterstützen.
Abb. 13.2 Systembetrachtung Fahrer-Fahrzeug-Umwelt
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