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Auswirkungen des autonomen Fahrens auf das
Fahrzeugkonzept272
Neben der Nutzung des Fahrerarbeitsplatzes als mobiles Büro zum Arbeiten oder als
Medienplattform zur Unterhaltung ermöglicht die autonome Fahrt die Nutzung der Fahrzeit
zur Erholung oder zur Kommunikation mit Mitfahrern. Entsprechend lassen Fahrzeuge bei
diesem Use-Case erwarten, dass die Sitzkonzepte den jeweiligen Bedürfnissen Rechnung
tragen, wobei vieles schon in heutigen Fahrzeugen, wenn auch nicht für den Fahrersitz,
verwirklicht wurde.
13.3 Autonomes Valet-Parken
Das autonome Valet-Parken kann für Privat-Pkw das Parkplatzproblem im Wohnbereich
oder an der Arbeitsstätte lösen helfen und für Carsharing-Nutzer die bisher als lästig
empfundene Strecke vom Carsharing-Stellplatz zum gewünschten Einsteige- oder vom
Aussteigeort überbrücken (s. Kap. 9). Außerhalb dieser Nutzung bleibt das Fahrzeug ein
ganz „normales“ Fahrzeug, das die vorhandenen Fähigkeiten für assistierendes oder teil-
bzw. hochautomatisiertes Fahren zur Verfügung stellen wird.
Wenn keine Insassen oder Gegenstände mehr in einem Fahrzeug vorhanden sind, besteht
die Möglichkeit, den Freiraum im Fahrzeug durch ein variables Karosseriekonzept zu
nutzen. Bereits heute existieren Konzepte mit dieser Funktion, die eine Reduktion der
Ausmaße eines Fahrzeugs während des Parkens vorsehen. Allerdings sind den Autoren
keine Serienanwendungen bekannt, da vermutlich die Anforderungen an eine hohe passive
Sicherheit nicht mit den Anforderungen an eine variable Karosserie zusammenpassen. Das
autonome Valet-Parken kann zwar durch vergünstigte Abstelltarife eine derartige platz-
sparende Option bevorteilen, umgekehrt aber auch den Druck auf eine platzeffiziente
Unterbringung reduzieren, da der Weg zu einem großen Parkplatz ohne Kosten- und Zeit-
druck nun automatisch bewältigt wird. Ob dabei der Kraftstoffverbrauch für den Weg zum
Parkplatz höher ausfällt als der für den Parksuchverkehr, lässt sich im Voraus schlecht
abschätzen.
Ansonsten folgen aus dem autonomen Valet-Parken keine weiteren grundlegenden Frei-
heitsgrade für das Fahrzeugkonzept.
13.4 Vehicle-on-Demand
Mit dem Use-Case Vehicle-on-Demand ist ein vollständig fahrerloses Fahrzeug gemeint,
das keinen Fahrerarbeitsplatz zur Verfügung stellt und auf die Fahrerfähigkeiten nicht mehr
zurückgreifen kann. Dadurch ergeben sich neue Freiheitsgrade für die Konzeption dieser
Fahrzeuge, die im Folgenden für diesen Use-Case beschrieben werden. Da das Konzept
eine Nutzung gegenüber Besitz favorisiert, ist davon auszugehen, dass die Nutzer das
Fahrzeug in den meisten Fällen weder besitzen noch Halterverantwortung für das Fahrzeug
übernommen haben. Stattdessen stellen Dienstanbieter diese Fahrzeuge für Mobilitäts-
dienstleistungen bereit (s. Kap. 9).
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung