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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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30514.5 Zusammenfassung und Ausblick chen Straßenverkehr beobachtet werden, wenn man die Eindrücke vergleicht, die beispiel- weise eine verdunkelte Limousine oder ein offenes Cabrio vermitteln. Für das hier betrach- tete Fahrzeug kommt hinzu, dass das Design Elemente aus dem Bootsbau aufgreift, so beispielsweise weißen Kunststoff für den Aufbau, beigefarbenes Kunstleder für die Passa- gierplätze, helles Teakholz für den Fußboden sowie ein nahezu segelartiges Dach. Die Reaktionen von Betrachtern des Fahrzeugs reichen von „Landyacht“ bis hin zu „Whirlpool auf Rädern“ – alles positive Assoziationen, die den ersten Eindruck bestimmen. Darüber hinaus ist das Fahrzeug vergleichsweise langsam; es operiert oft kaum schnel- ler als mit Schrittgeschwindigkeit. Dadurch bekommen Passanten den Eindruck von Sicherheit: Fußgänger empfinden, dass sie zur Not schnell beiseitetreten könnten; Auto- fahrer fühlen sich diesem Fahrzeug wahrscheinlich „überlegen“, was auch an dessen wei- testgehend aus Plastikteilen bestehendem Erscheinungsbild liegen mag. Aufgrund dieser Fahrzeugcharakteristiken – offenes und positives Erscheinungsbild sowie langsame Fahr- geschwindigkeit – ergibt sich, dass Unbeteiligte dem Fahrzeug nahezu einen persönlichen Charakter zuordnen, ähnlich wie das beispielsweise in Filmen wie „Nr. 5 lebt“, „Matrix“ oder „Krieg der Sterne“ der Fall ist. Auch dort ist zu beobachten, dass Robotern je nach Erscheinungsbild und Leistungsfähigkeit bzw. Aggressivität (ausgedrückt durch Fahrge- schwindigkeit) unterschiedliche Charaktere zugeordnet werden. Diese Eigenschaften und Mechanismen sollten vorsichtig in Betracht gezogen werden, wenn ein selbstfahrendes Fahrzeug in der Öffentlichkeit eingesetzt wird. Es scheint so zu sein, dass der Charakter eines Fahrzeugs ein wichtiger Bestandteil ist, um in der Öffentlichkeit positive Reaktionen zur Fahrzeugautomatisierung auszulösen, d. h. dass das automatisierte Fahrzeug durch entsprechende Mechanismen entweder als „untergebener Diener“ oder „rücksichtsloser Söldner“ wahrgenommen wird (s. hierzu auch Kap. 3). Aus den Begegnungen mit Passanten und Beobachtern ergeben sich immer wieder viele Fragen zu dem selbstfahrenden und individuell abrufbaren Personentransportsystem. Die häufigste Frage ist, wann und wo diese Fahrzeuge in der Öffentlichkeit nutzbar sein wer- den. Andere Fragen beziehen sich auf technische Spezifikationen der Fahrzeuge. Mitunter wird auch gefragt, ob und wie die Fahrzeuge auf Objekte reagieren, wobei ganz gezielt nach Fußgängern, Hunden, Katzen oder stationären Hindernissen gefragt wird. Gelegentlich ergeben sich auch Fragen zur Überwachung und Betriebshaftung der Fahrzeuge. Diese Fragen belegen allgemein das öffentliche Interesse an den Fahrzeugen und auch, dass die Öffentlichkeit sich viele Gedanken zum Betrieb sowie zu Beschränkungen von automati- sierten Fahrzeugen macht. Das unterstreicht auch, dass eine Aufklärung und Information der Öffentlichkeit vor bzw. während des Betriebs dieser Fahrzeuge wichtig ist. 14.5 Zusammenfassung und Ausblick Der Beitrag beschreibt die ersten Schritte zur Einführung eines selbstfahrenden und in- dividuell abrufbaren Personentransportsystems. Bei dem Transportsystem handelt es sich um Fahrzeuge, die per Smartphone-App abrufbar sind und Personen innerhalb eines fest-
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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