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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Implementierung eines selbstfahrenden und individuell abrufbaren Personentransportsystems306 gelegten Gebiets, wie beispielsweise eines Innenstadtbereichs, ohne direkte Eingriffsmög- lichkeit und ohne Schienenführung befördern. Im hier beschriebenen Beispiel sollen diese Fahrzeuge an der Stanford Universität für wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet innovativer Mobilitätslösungen mittels selbstfahrender Transportsysteme betrieben und dazu zunächst bezüglich ihrer Tauglichkeit für diese Arbeiten bewertet werden. In den ersten Schritten wurden die Risikobewertung sowie Rechtseinordnung vorge- nommen und dann das Betriebsgebiet sowie die Betriebsszenarien festgelegt. Dabei zeigte sich, dass zwar auf bestehende Regelungen und Vereinbarungen aufgebaut werden kann, das hier betrachtete Transportsystem durch den selbstfahrenden Charakter aber Anforde- rungen hat, die deutlich über das Bestehende hinausgehen. Dabei war es in allen Fällen von Vorteil, dass die Fahrzeuge langsam fahren (maximal 20 km/h) und ihr Einsatzgebiet begrenzt ist. Zusätzlich ist Betriebspersonal entweder direkt im oder am Fahrzeug oder per Funkverbindung mit dem Fahrzeug verbunden, was die Ersteinführung eines solchen Systems erleichtert. Bei den notwendigen internen Koordinationsaufgaben sowie zu erstellenden Regelun- gen hat es sich als sehr wichtig erwiesen, den Betroffenen bzw. Entscheidern das Trans- portsystem im realen Einsatz vorzuführen, sodass das Betriebsrisiko sowie Möglichkeiten und Grenzen der Fahrzeuge realistisch eingeschätzt werden können. Das offene und posi- tive Erscheinungsbild der Fahrzeuge gepaart mit großem Interesse sowie Neugierde in der Öffentlichkeit trägt dazu bei, dass die Fahrzeuge positive Reaktionen auslösen. Daran sind auch Erwartungen von Verbrauchern geknüpft, dass selbstfahrende Fahrzeuge in abseh- barer Zeit vielen das oftmals lästige Autofahren in der Stadt abnehmen werden. Die Unsicherheiten bei der Einführung des selbstfahrenden Personentransportsystems sind neben infrastrukturellen, betriebswirtschaftlichen sowie unternehmerischen Variablen durchaus auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen. In dem hier betrachteten Beispiel der Einführung eines solchen Transportsystems an der Stanford Universität, die letztlich einen lokalen Rechtsbereich innerhalb des Bundesstaats Kalifornien darstellt, zeigt sich, dass der Betrieb auf Stanford-eigenem Gebiet vorteilhaft ist, da die Universität hier entsprechende Regelungen vorgeben kann. Allerdings wird derzeit für Kalifornien eine Gesetzesregelung für den Betrieb automatisierter Fahrzeuge verfasst, die dann für Durchgangsstraßen an der Universität auch rechtswirksam wäre. Damit wird in naher Zukunft zu sehen sein, wie die Rechtsprechung derartige selbstfahrende Fahrzeuge behandelt und wie der Betrieb bzw. die Ausführung des Transportsystems geartet sein muss. Abschließend ergibt sich für den Ausblick zumindest aufgrund der hier gefundenen ersten Erfahrungen eine weitgehend positive Grundstimmung, als dass der Einführung selbstfahrender Transportsysteme in der Öffentlichkeit sehr wohlwollend gegenüberge- standen bzw. diese gefördert wird. Es ist dabei allerdings anzumerken, dass diese ersten Eindrücke noch keine repräsentative Studie darstellen, sodass noch weitere Arbeiten zu Umsetzung und Akzeptanz selbstfahrender Fahrzeuge vorgeschlagen werden. Insgesamt ist damit aber zu hoffen, dass selbstfahrende und individuell abrufbare Personentransport- systeme langfristig einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Individualmobilität in Städten leisten werden.
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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