Seite - (000321) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Die Beiträge im Teil „Verkehr“ setzen sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit diesen
Perspektiven auseinander, bewerten deren Belastbarkeit und zeigen Möglichkeiten für die
Einführung des autonomen Fahrens aus Sicht der Infrastruktur und des Verkehrsmanage-
ments auf. Da die Verkehrssicherheit eine wesentliche Voraussetzung für die Einführung
autonomen Fahrens darstellt, werden zudem die Chancen zur Erhöhung der Sicherheit
sowie die mit autonomem Fahren verbundenen Sicherheitsrisiken beleuchtet.
Das Kapitel Steuerung und Management in einem Verkehrssystem mit autonomen Fahr-
zeugen von Peter Wagner stellt dar, wie gemischter, aus autonomen und normalen Fahrzeu-
gen zusammengesetzter Verkehr in seiner Interaktion modelliert werden kann. Ziel der
Modellierung ist es, auftretende systemische Effekte zu erkennen. Die auf der Grundlage
dieser Modellierung durchgeführten Simulationen des motorisierten Straßenverkehrs einer
Stadt erlauben eine Potenzialabschätzung für die verkehrlichen Wirkungen autonomen
Fahrens im städtischen Kontext.
Im Kapitel Verkehrliche Wirkungen autonomer Fahrzeuge von Bernhard Friedrich wird
aus der Verkehrsflusstheorie der Einfluss autonomer Fahrzeuge auf die Kapazitäten von
freien Strecken im Zuge von Fernstraßen sowie von Knotenpunkten mit Lichtsignalanlagen
abgeleitet. Auch wenn die Auswirkungen autonomer Fahrzeuge auf die Verbindungsquali-
täten von Fahrten, die über unterschiedliche Infrastrukturelemente verlaufen, mit diesen
Überlegungen noch nicht umfassend beschrieben werden können, liefern die Betrachtun-
gen eine erste Einschätzung, welche Optimierungspotenziale für die Effizienz des Ver-
kehrsablaufs mit autonomen Fahrzeugen verbunden sein könnten.
Die Metaanalyse Erkenntnisse aus der Unfallforschung zum Sicherheitspotenzial auto-
matisierter Fahrzeuge von Thomas Winkle dokumentiert zunächst anhand bestehender
Analysen der Unfallforschung Beispiele für das Potenzial durch sicherheitserhöhende Sys-
teme mit geringeren Automatisierungsgraden. Belastbare Untersuchungen zu fahrerlosen
Fahrzeugen mit seriennaher Funktionsausprägung fehlen dagegen heute noch. Für Progno-
sen verbleiben deshalb Abschätzungen des theoretischen Sicherheitspotenzials, die sich u. a.
darauf stützen, dass über 90 Prozent der heutigen Verkehrsunfälle auf menschliches Versa-
gen zurückzuführen sind. Vor diesem Hintergrund verspricht die Vision von flächendeckend
fahrerlosen Fahrzeugen im Straßenverkehr einen gesellschaftlich erstrebenswerten Nutzen,
selbst wenn die Technik fahrerloser Fahrzeuge keine absolute Perfektion erreichen wird.
Die Einsatzfelder autonomer Fahrzeuge im Bereich des Straßengütertransports werden
im Kapitel Autonome Fahrzeuge und autonomes Fahren im Bereich des Gütertransportes
von Heike Flämig skizziert. Ausgehend von einer Logistikkettenbetrachtung werden die
sich durch ein autonomes Fahren ergebenen Veränderungen für Unternehmen und Gesell-
schaft sowie die notwendigen Umsetzungsvoraussetzungen kritisch reflektiert. Im Er-
gebnis ist damit zu rechnen, dass durch den Einsatz von fahrerlosen Fahrzeugen Chancen
für die bessere Nutzung der Infrastruktur und die Optimierung logistischer Prozesse ent-
stehen. Voraussetzung dafür wird aber die Reorganisation der Prozesse in vielen Supply
Chains im gesamten logistischen System sein.
Vehicle-on-Demand-Systeme (VoD) sind die weitreichendste Anwendung autonomer
Fahrzeuge. Die verkehrlichen Auswirkungen werden im Kapitel Autonomous Mobility-on-
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung