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Demand Systems for Future Urban Mobility von Marco Pavone beschrieben. Aus den
Überlegungen wird deutlich, dass eine Neuorganisation des Stadtverkehrs mit VoD grund-
sätzlich möglich ist und viele Vorteile mit sich bringt. Durch die gemeinsame Nutzung sind
bei VoD deutlich weniger Fahrzeuge für ein gleich gutes Mobilitätsangebot erforderlich.
Die einfache Relokalisierung von autonomen Fahrzeugen ermöglicht ein der zeitabhängi-
gen Nachfrage angepasstes Angebot und damit eine Vermeidung von Wartezeiten. Die
Modellrechnungen zeigen, dass für ein gleichwertiges Taxiangebot in New York lediglich
70 Prozent der heute im Einsatz befindlichen Fahrzeuge erforderlich wären. Eine weitere
Modellrechnung zeigt, dass in einer Stadt wie Singapur für eine vergleichbare Angebots-
qualität lediglich ein Drittel der heute im Einsatz befindlichen Fahrzeuge benötigt werden
würde.
Auch wenn verschiedene Fragestellungen zu den verkehrlichen Aspekten des autono-
men Fahrens gerade im Hinblick auf den Mischverkehr mit normalen Fahrzeugen und
insbesondere mit Fußgängern und Radfahrern noch nicht ausreichend beantwortet werden
können, erwarten die einzelnen Beiträge eine wesentlich verbesserte Ausnutzung der vor-
handenen Infrastruktur und eine Stabilisierung des Verkehrsablaufs. Damit verbunden sind
vielfältige Chancen zur Verbesserung der Mobilität von Personen und Gütern und damit
einhergehend eine Reduktion der Umweltbelastungen sowie die Rückgewinnung von
öffentlichem Raum für urbanes Leben. Wesentlich für die erfolgreiche Einführung autono-
mer Fahrzeuge wird die Konzeption belastbarer Migrationspfade für die Entwicklung des
Verkehrssystems unter Berücksichtigung der Infrastruktur sein. In diesen Pfaden muss die
zunehmende Automatisierung wie auch die zunehmende Durchdringung des Gesamt-
systems flexibel abgebildet werden können. Entsprechende Konzepte werden geprägt sein
von der Widmung von Flächen für autonomen, normalen und gemischten Verkehr und von
spezifischen Regeln für die Geschwindigkeit, um in allen Fällen eine hohe Verkehrssicher-
heit zu gewährleisten.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung