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31915.3
Mensch versus Maschine
Natürlich kann kein Verfahren wirklich alle Möglichkeiten durchtesten. Das folgende
Vorgehen ermöglicht aber zumindest eine Abschätzung, wie sicher die Modelle sind. Dazu
folgen in einer Simulation n = 50 Fahrzeuge einem Führungsfahrzeug, das nach einem
bestimmten Protokoll seine Beschleunigung wählt. Unter anderem verzögert es immer
wieder bis zum Stillstand, zum Teil auch mit Bremsverzögerungen, die an der Grenze der
derzeitigen fahrdynamischen Möglichkeiten sind. Aus Untersuchungen zu diesem Thema
ergab sich sehr schnell, dass die Modelle nur dann ohne Unfall auskommen, wenn die
Antizipationszeit T beim Bremsen auf einen kleineren Wert gesetzt wird. Im Folgenden
werden die Modelle immer mit T = 2 s beim normalen Fahren und mit T = 0,5 s beim
Bremsen betrieben.
Aus den entsprechenden Simulationen geht dann hervor, dass unter diesen Randbedin-
gungen keine Unfälle mit dem Modell in Gleichung (15.3) auftreten, jedenfalls nicht mit
dem gewählten Protokoll a
t0( ) . Das Helly-Modell ist allerdings mit den gewählten Para-
metern nicht so tolerant und produziert gelegentlich Auffahrunfälle.
15.3 Mensch versus Maschine
An diesem Punkt stellt sich die Frage, was denn eigentlich einen menschlichen Fahrer von
einem autonomen Fahrzeug unterscheidet. Bislang ist nur ein wesentlicher Unterschied zu
Abb. 15.2 Darstellung der Beschleunigungsfunktionen. Statt hier die gesamte Funktion zu zeich-
nen, wird nur der durch zwei Linien begrenzte Bereich im Δv
g,( )-Raum dargestellt, in dem die
Beschleunigung beider Modelle klein ist. Links von den Linien bremst das Fahrzeug, rechts davon
beschleunigt es. Die linke Abbildung ist das Modell von Gleichung (15.3), die rechte das Helly-
Modell (15.2). Die gewählten Parameter sind V b
T=
= =
=20
15 4
2,
, , ,
τ
Autonomes Fahren
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