Seite - (000337) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Bild der Seite - (000337) -
Text der Seite - (000337) -
Steuerung und Management in einem Verkehrssystem mit autonomen
Fahrzeugen326
zeiten gleich sind. Dann ist einsichtig, dass genauso viele Fahrzeuge die Kreuzung passie-
ren können, wie von der Anlage stromaufwärts losfahren.
Es lässt sich schon ahnen: In diesem Fall sind mit autonomen Fahrzeugen keine Ver-
besserungen zu erzielen, und genau das demonstriert das Simulationsergebnis in Abb. 15.8.
Allerdings verbessern autonome Fahrzeuge im Falle von nicht-optimaler Koordinierung
dann doch die Verlustzeiten. Das liegt daran, dass der Pulk von Fahrzeugen, der eine An-
lage verlässt, stärker komprimiert ist als im Fall der menschlichen Fahrer.
15.7 Simulation einer Stadt
Im letzten Abschnitt soll untersucht werden, wie sich die Einführung autonomer Fahrzeuge
in einer ganzen Stadt auswirken könnte. Zu diesem Zweck wird eine bestehende SUMO-
Simulation [17], [23] der Stadt Braunschweig verwendet, um den Einfluss autonomer
Fahrzeuge auf den Verkehrsablauf eines Verkehrssystems bewerten zu können.
Allerdings ist in SUMO das in Abschn. 15.2 eingeführte Modell nicht implementiert,
sodass die Simulation mit den Modellen auskommen muss, die in SUMO verfügbar sind.
Verwendet wird daher das in SUMO eingebaute Standardmodell, das bei der Beschreibung
der Schwankungen der Fahrer nicht so ausgefeilt ist wie das hier eingeführte Modell.
Um das Modell aufzusetzen, wird ein modifiziertes Netz der Firma NavTeq verwendet,
in Abb. 15.9 ist ein Ausschnitt des entsprechenden Verkehrsnetzes zu sehen, die ganze
Simulation umfasst die gesamte Fläche der Stadt Braunschweig einschließlich der umge-
benden Autobahnen. Insgesamt enthält das Simulationsnetz rund 129.000 Kanten.
Die notwendige Nachfrage nach Verkehr stammt aus einer Start/Ziel-Matrix der Firma
ptv, die für verschiedene Tage der Woche und für jeden dieser Tage in 24 Zeitscheiben von
Abb. 15.8 Verlustzeit als Funktion der Versatzzeit für eine einfache grüne Welle. Dargestellt ist
hier eine Simulation mit menschlichen Fahrern (gelbe Kurve) und eine nur mit autonomen Fahr-
zeugen (blaue Kurve). Gezeigt ist hier das beste Ergebnis, das zwischen der ersten und der zweiten
Kreuzung erreicht wird
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung