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Verkehrliche Wirkung autonomer
Fahrzeuge336
nicht wie in der idealisierten Form in Abb. 16.2 kontinuierlich verläuft. Vielmehr erfolgt
bei hohen Verkehrsstärken, ausgelöst durch Störungen im Verkehrsablauf, ein Übergang
aus dem stabilen in den instabilen Bereich, der mit einem deutlichen Rückgang der Ver-
kehrsstärke verbunden ist (s. Abb. 16.3).
Aus diesen Überlegungen heraus haben May und Keller [9] drei Formen des auftreten-
den Verkehrs charakterisiert:
den freien Verkehr mit hohen Geschwindigkeiten und geringen Verkehrsstärken und
-dichten,
den teilgebundenen Verkehr, bis zu dem Bereich maximaler Verkehrsstärken,
optimaler Geschwindigkeit und Verkehrsdichte,
den gebundenen Verkehr mit hohen Verkehrsdichten, geringen Verkehrsstärken und
Geschwindigkeiten.
16.2.4 Kapazität und Stabilität
Die Effizienz des Verkehrssystems ist abhängig von der Kapazität einer Verkehrsanlage,
die als die „größte Verkehrsstärke, die ein Verkehrsstrom bei gegebenen Weg- und Ver-
kehrsbedingungen an dem für ihn bestimmten Querschnitt erreichen kann“ definiert ist [3].
Die Kapazität bestimmt sich durch die Dichte der Fahrzeugkolonne und die Geschwindig-
keit, mit der die Fahrzeugkolonne den Querschnitt passiert.
Die Verkehrsdichte wird durch die Abstände zwischen den Fahrzeugen festgelegt. Dabei
gilt die Faustregel, dass der Sicherheitsabstand in Metern, den ein Fahrer zum voraus-
Abb. 16.3 Fundamentaldiagramm
mit getrennten Bereichen für stabilen
und instabilen Verkehr für einzelne
Fahrstreifen bzw. zweistreifige Fahr-
bahn [8]
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung