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Verkehrliche Wirkung autonomer
Fahrzeuge342
gegenüber heute empirisch nachgewiesenen Kapazitäten einstellen. Setzt man in die
Kapazitätsformel für eine Plausibilitätsprüfung Ta = 1,15 s bei ansonsten unveränderten
Parametern, ergibt sich bei einem Schwerverkehrsanteil von 15 % eine Kapazität von
etwa 2280 Kfz / h. Dieser Wert entspricht den bei heutigen Verhältnissen gemessenen
Kapazitäten und bestätigt die richtige Wahl des Rechenansatzes sowie der Parameter.
Bei gemischtem Verkehr, in dem autonome Fahrzeuge mit einem Anteil von Ș am Ge-
samtaufkommen vertreten sind, ist die Kapazität Cm zusätzlich von der Anteilsgröße Ș
abhängig:
Cm
a h Pkw
v
vT vT L
=
+ −( )
+η
η1 .
Setzt man auch hier wiederum mit v = 80 km / h und LPkw = 7,5 m realistische Größen in
die Gleichung ein, ergibt sich der im folgenden Diagramm dargestellte Zusammenhang
(s. Abb. 16.9). Aus der Abbildung wird deutlich, dass die Kapazität bei geringeren Aus-
stattungsraten unterproportional anwächst und bei Ș = 0,5 erst einen Wert von etwa
3100 Pkw / h und damit von 36 % der möglichen Steigerung bei Vollausstattung erreicht.
Berücksichtigt man darüber hinaus, dass autonome Fahrzeuge einen zusätzlichen
Abstand auf ein von einem menschlichen Fahrer gelenktes Fahrzeug lassen sollten, um
diesen Fahrer nicht zu bedrängen, wird die Bestimmung der Kapazität etwas komplizier-
ter. In dieser Betrachtung müssen die Kombinationen aufeinanderfolgender Fahrzeuge
(a-a, a-h, h-a, und h-h) und die zugehörigen Zeitlücken (Taa, Tah, Thx) betrachtet werden, um
zu einer modifizierten Kapazitätsgleichung zu gelangen:
Cm
aa ah hx
v
vT vT vT L
=
+ −( ) + −( )
+η
η η
η2
1 1 .
Abb. 16.8 Kapazität eines Fahrstreifens bei rein autonomem Verkehr in Abhängigkeit des Lkw-
Anteils
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