Seite - (000355) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Bild der Seite - (000355) -
Text der Seite - (000355) -
34316.3
Verkehrliche Wirkung autonomer Fahrzeuge
Als realistische Werte können für die Zeitlückendauern die Werte Taa = 0,5 s, Tah = 0,9 s,
Thx = 1,15 s angenommen werden. In dieser Betrachtung steigt die Kapazität in Abhängig-
keit der Ausstattungsrate im unteren Bereich noch etwas langsamer an und erreicht für
Ș = 0,5 einen Wert von 2850 Kfz / h, um bei einer Ausstattung von 100 % den Kapazitätswert
von knapp 4300 Kfz / h zu erreichen (s. Abb. 16.10).
Dieselbe Vorgehensweise kann für die Abschätzung der Kapazität für reinen Lkw-
Verkehr angewendet werden, der auf einem Fahrstreifen einer Autobahn organisiert werden
könnte. Bei unveränderten Annahmen für die erforderlichen Zeitlücken wird der Platz-
bedarf wiederum mit L = 21 m gewählt. Mit diesen Eingangswerten ergibt sich bei rein
autonomem Fahren ein Kapazitätswert von 2420 Lkw / h anstatt der bei menschlichen
Fahrern erreichbaren 1720 Lkw / h.
16.3.1.2 Stabilität
Neben der Kapazität, die die größte Verkehrsstärke darstellt, die ein Verkehrsstrom bei gege-
benen Weg- und Verkehrsbedingungen an dem für ihn bestimmten Querschnitt er
reichen kann,
ist insbesondere die Stabilität des Verkehrsablaufs für die Effizienz von Bedeutung. Deutlich
wird dies, wenn die Kapazität als stochastische Größe betrachtet wird, die die Wahrscheinlich-
keit des Zusammenbruchs in Abhängigkeit der Verkehrsstärke wiedergibt. Je größer die Stan-
dardabweichung in der Wahrscheinlichkeitsverteilung ist, umso größer ist die Wahrscheinlich-
keit des Zusammenbruchs bereits bei geringeren Verkehrsstärken und damit die Instabilität.
Kommt es zum Zusammenbruch, vermindert sich durch den Effekt des capacity drop
die Kapazität spürbar in der in der o. g. Literatur [10] angegebenen Größenordnung von
etwa 10 %.
Verschiedene orts- und zeitabhängige Faktoren führen bei gleicher Fahrstreifenanzahl
und gleichen verkehrlichen Randbedingungen (Verkehrsstärke, Schwerverkehrsanteil) zu
Abb. 16.9 Kapazität eines Fahrstreifens in Abhängigkeit des Anteils autonomer Fahrzeuge bei
reinem Pkw-Verkehr
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung