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36517.4
Aussagekraft möglicher Prognosen auf der Basis von Unfalldaten
Fazit: Erstmalig wurden in einer interdisziplinären Studie aktuell erhältliche Fahrer-
assistenzsysteme unter Einbeziehung der jeweils beteiligten Entwickler verglichen. Jeder
einzelne Entwickler kennt die spezifisch relevanten Funktionsparameter seines Systems
und ermöglicht somit treffsichere Potenzialbewertungen. Allerdings ist anzumerken, dass
die gewichtete Stichprobe mit 100 Fällen in der Wirkfeldstudie im Vergleich mit den reprä-
sentativen Unfalldaten aus Bayern zu klein ist, um anhand der gewonnenen Ergebnisse
eine statistisch belastbare Aussage zu treffen. Dennoch lässt sich aus den Ergebnissen die
Tendenz ab leiten, dass diese Fahrerassistenzsysteme erheblich zur Verkehrssicherheit
beitragen.
Es sei darauf hingewiesen, dass weitere Möglichkeiten zur Erlangung statistischer Aus-
sagen für die Wirkung von Bremsassistenten und die automatische Notbremsfunktion
bestehen. Dazu existieren Bewertungsmethoden zur Prognose des Sicherheitsgewinns, die
auf Simulationen elektronischer Unfallrekonstruktionen basieren [32].
17.4.2.3 GIDAS-Datenbankanalyse zum Sicherheitspotenzial vernetzter Fahrzeuge
Die folgende GIDAS-Datenbankanalyse (German In-Depth Accident Study) zeigt die
Komplexität und Vielfalt verschiedener Annahmen anhand einer größeren Datenmenge.
Diese Analyse mit einer aussagefähigeren Stichprobe führte der Verfasser im Jahr 2009
zusammen mit einem Expertenteam im Rahmen des Forschungsprojekts „Sichere Intelli-
gente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (simTD) durch. Ziel war es, die Effizienz zukünf-
tiger sicherheitsrelevanter Fahrzeugkommunikationssysteme abzuschätzen. Betrachtet
wurden Funktionen für vernetzte Systeme mit direktem Sicherheitseinfluss auf den
Straßenverkehr. Als Datengrundlage dienten 13.821 von GIDAS dokumentierte Unfälle
mit Personenschaden der Jahre 2001 bis 2008 aus den Großräumen Dresden und Hannover
[12]. Für die Hochrechnung auf Gesamtdeutschland wurden die nach einem statistischen
Stichprobenplan erhaltenen Daten anhand der amtlichen Unfallstatistik des Statistischen
Bundesamtes gewichtet. Die amtliche Statistik enthält alle in Deutschland registrierten
Unfälle mit Personenschaden während eines Kalenderjahres. So kam es etwa im Jahr 2007
zu 335.845 Verkehrsunfällen mit Personenschaden [4].
Die zur Auswertung notwendigen Variablen wurden in mehreren Absprachen mit den
simTD-Funktionsentwicklern und Unfallexperten der Firmen Audi, BMW, Volkswagen,
Daimler und Bosch genau definiert. Die Projektteilnehmer einigten sich im ersten Schritt
auf die Betrachtung von 13 sicherheitsrelevanten Warnfunktionen. Im Rahmen mehrerer
Workshops entschieden die Projektteilnehmer einstimmig, für diese Betrachtung die rele-
vanten Fahrzeuge wie beispielsweise Pkw, Lkw, Busse, landwirtschaftliche Zugmaschinen,
Schienenfahrzeuge (mit Straßenbahnen und Stadtbahnen, jedoch keine Fahrzeuge der
Deutschen Bahn) und Motorräder (motorisiertes Zweirad, Trike, Quad ab 125 ccm) zu
berücksichtigen. Anschließend wurden sehr aufwendige Wirkfeldbestimmungen auf Basis
der umfangreichen GIDAS-Daten durchgeführt. Zunächst erfolgte die Selektion anhand
der Unfall
variablen aller für das jeweilige System relevanten Unfälle in Bezug auf das
gesamte Unfallgeschehen. Im Ergebnis bewegten sich die Anteile der Wirkfelder aus den
einzeln untersuchten Funktionen innerhalb einer großen Bandbreite zwischen 0,2 Prozent
Autonomes Fahren
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