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37918.2
Entwicklungsgeschichte fahrerloser und autonomer Transportsysteme
beispielsweise Drohnen, zeigen, dass vollkommen neue Geschäftsmodelle im Bereich der
Logistik durch autonome Systeme im Entstehen sind. Die zu erwartenden Veränderungen in
den logistischen Prozessen sowie die veränderte Rolle der menschlichen Arbeit in den
Systemen werden anhand einer generischen Supply Chain diskutiert. Das Kapitel schließt
mit Handlungsempfehlungen und der Benennung des weiteren Forschungsbedarfs.
18.2 Entwicklungsgeschichte fahrerloser und autonomer
Transportsysteme
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) und Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) kamen erst-
mals Anfang der 1950er-Jahre in Amerika und rund zehn Jahre später in Deutschland zum
Einsatz [1]. Im Vordergrund stand die Optimierung des Materialflusses und die Reduzie-
rung des Personaleinsatzes als logische Konsequenz der sich seit dem frühen 19. Jahrhun-
dert ausbreitenden Ideen zur Erhöhung der Produktivität durch die Verbesserung der
Arbeitsabläufe (Taylor), über die Vertaktung der Produktionsstufen (insbesondere geprägt
durch das „System vorbestimmter Zeiten“ nach Gilbreth) bis hin zur kontinuierlichen
Fließbandfertigung (Ford). Getrieben wurde diese Entwicklung durch die Mechanisierung
der Produktion aufgrund einer zunehmenden Technikzentrierung des Managements bis hin
zur Vorstellung einer vollständigen Automatisierung (vgl. die historische Nachzeichnung
bei [1]). Beginnend mit der Automatisierung der Transporte zwischen Bearbeitungsstufen
erfolgte die erste Entwicklung von FTS für den Einsatz in der Produktion und im Lager. Im
Vergleich zu automatisierten Fördersystemen, beispielsweise Bandanlagen, sind die Inves-
titionen in der Regel wesentlich geringer und die Flexibilität gegenüber Änderungen im
Materialfluss wesentlich höher [2]. Zudem gelten Transporte als unproduktiv, müssen aber
in Produktions- und Lagersystemen eine hohe Zuverlässigkeit aufweisen.
18.2.1 Fahrerlose Transportsysteme im Innenbereich
Typische Einsatzbereiche von FTS im Innenbereich bestehen einerseits zwischen den Pro-
duktions- und Montagestufen und andererseits im Wareneingang und Warenausgang sowie
in der Kommissionierzone und im Lagerbereich. Dabei sind FTS und Arbeitsroboter, bei-
spielsweise zum Kommissionieren, Pallettieren etc., häufig baulich miteinander ver bunden.
In der innerbetrieblichen Logistik war der Begegnungsfall zwischen Mensch und FTS/FTF
daher immer vorgesehen, da FTS/FTF in der Regel weitere Funktionen, z. B. als Kommis-
sionierhilfsmittel, übernehmen. Die frühen Personenschutzkonzepte arbeiteten mit taktilen,
mechanischen Bügeln bzw. Bumpern [2]. Heute kommen vermehrt Laserscanner zum
Einsatz, die in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit bis zu sieben Meter abdecken
[2] und häufig mit weiteren Sensortechniken kombiniert werden. Die Stabilisierungsebene
spielt im innerbetrieblichen Transport eine untergeordnete Rolle, da das Unternehmen den
Untergrund selbst im fahrfähigen Zustand hält.
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung