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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Autonome Fahrzeuge und autonomes Fahren im Bereich des Gütertransportes396 Auf den ersten Blick erscheint es durchaus sinnvoll, einige der derzeit diskutierten Lösungsansätze zur Kapazitätserhöhung der Infrastruktur, Ressourcenschonung und des Umweltschutzes zu kombinieren. Der Beginn der Einführung des autonomen Fahrens in geschlossenen Systemen (beispielsweise Systemverkehren) und in überschaubaren Szene- rien (z. B. Autobahn, Flughafenvorfeld, Hafen) wird Vertrauensvorbehalte und fehlende Standardisierungen überwinden helfen. Die schrittweise Umsetzung des Platooning, aus- gehend von bemannten Führungs- und Folgefahrzeugen, könnte die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen. Zu prüfen ist, ob die gleichzeitige Einführung von Ober- leitungs-Lkw und damit die Schaffung einer separaten Fahrspur unter Kapazitäts- und Sicherheitsaspekten sinnvoll wäre. Allerdings wirft auch das Platooning mehrere Anschlussfragen auf, insbesondere hin- sichtlich der Entscheidungsfindung und der Nutzenverteilung: Wenn die Kraftstoffeinspa- rung von der Position im Konvoi abhängig ist, wer bestimmt über den Platz in der Kette? Wenn der Konvoi ohne Fahrer in den Folgefahrzeugen fahren würde, wer bezahlt den Fahrer im Führungsfahrzeug? Braucht der Führungsfahrer eine spezielle(re) Ausbildung gegenüber den anderen Fahrern? Vor der Einführung muss aber auch geklärt werden, wie andere Platooning-Fahrzeuge identifiziert werden könnten. Dafür müsste ein gemeinsamer Standard entwickelt werden, der auch sicherstellt, dass die anderen Fahrzeuge vertrauens- voll sind. Hier greifen der weitere Forschungsbedarf und die Handlungsempfehlungen eng ineinander. Die Veränderungen in der Supply Chain und im Güterverkehr zeigen ein sehr ambiva- lentes Bild, das genauer untersucht werden muss. Für das Verständnis, die Bewertung und die Einordnung ist zu klären, welche technologischen Veränderungen und Herausforderun- gen sich für die Fahraufgabe ergeben. Zudem gilt es, die Vor- und Nachteile des Einsatzes von automatisierten gegenüber konventionellen Fahrzeugen und deren Integrationsfähig- keit in die bestehende Arbeitsumgebung genauer zu analysieren, indem hinsichtlich ver- schiedener Tätigkeitsprofile von Unternehmen unterschieden wird. Bisher ist die Frage unbeantwortet, was alles autonom transportiert werden kann und welcher Autonomisie- rungsgrad überhaupt von der Wirtschaft hinsichtlich Notwendigkeit, Kosten und Flexibili- tät akzeptiert werden würde. Gleichzeitig ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten für innovative Geschäfts- modelle, deren Konzeptualisierung und Bewertung bisher allerdings ausstehen. Auch könnten sich Alternativen für Einsatzbereiche ergeben, deren Herausforderungen bis heute ungelöst erscheinen. Ein Beispiel ist die Ver- und Entsorgung von innerstädtischen Stand- orten (Stichwort „City-Logistik“), die sehr konfliktträchtig und kostenintensiv ist. Der Einsatz von autonomen Straßenverkehrsfahrzeugen, gekoppelt mit weiteren Komponenten (z. B. Güterschleusen), könnte beispielsweise eine zeitliche Entzerrung der Personen- und Güterverkehrsfahrten ermöglichen. Parallel dazu sollten jedoch auch die Chancen und Risiken der zunehmenden Auto- matisierung des Transports aus einer gesamtwirtschaftlichen, länderübergreifenden Pers- pektive genauer analysiert werden. Dazu gehören nicht nur rechtliche Fragen und Standar- disierungsnotwendigkeiten, sondern auch der weitere Wegfall von Arbeitsplätzen, die
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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