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52124.2
Zusätzliche durch autonomes Fahren gesammelte und verarbeitete Daten
und zusätzlichen Daten, die das Auto in diesem Use-Case sammeln und lernen kann,
grundsätzlich die gleichen wie in Use-Case 1. Allerdings gibt es mehr Optionen für den
Fahrer, die Aufgabe des Fahrens zu delegieren und die Kontrolle zurück zu übernehmen.
Dies kann dazu führen, dass mehr Daten über das Verhalten des Fahrers erhoben werden
können. Hierzu zählen insbesondere Daten über die Umstände, unter denen der Fahrer die
Kontrolle delegiert und/oder wieder übernimmt. Ähnlich wie in Use-Case 2 können die
Daten der Umgebung umfangreicher und sensitiver sein, als die auf einer Autobahn ge-
sammelten Daten aus Use-Case 1.
24.2.2.4 Use-Case 4: Vehicle-on-Demand
Der Fahrroboter fährt das Fahrzeug in allen Szenerien mit Insassen, mit Fördergut, aber
auch komplett ohne Inhalt autonom. Durch den Fahrroboter kann das Fahrzeug überall
bereitgestellt werden. Passagiere können die Fahrzeit komplett frei für andere Dinge als für
die Bewältigung der Fahraufgabe nutzen. Der Innenraum kann ohne die Einschränkungen
eines Fahrersitzes völlig frei gestaltet werden, möglich ist jedoch eine Kamera, die in
Richtung des Fahrgastraumes positioniert ist.
Während dieser Use-Case der anspruchsvollste aus der Perspektive des autonomen
Fahrens ist, können weniger zusätzliche Daten gesammelt werden als in Use-Case 3. Ins-
besondere können keine zusätzlichen Daten über das Verhalten eines Fahrers gesammelt
werden, da kein Fahrer mehr benötigt wird. Zusätzlich gesammelte Daten sind in diesem
Case:
Reiseverhalten (z. B. wann wollen Passagiere Pausen einlegen?),
allgemeines Verhalten (oder Fehlverhalten) aller Passagiere im Auto,
Daten über die Umgebung, beispielsweise, um einen Unfall und dessen Ursache zu
dokumentieren (wenn Daten von Passagieren als nützlich für die Unfalldokumentation
erachtet werden).
24.2.3 Konsequenzen von Datenspeicherung für die Kontrolle
über Daten und Missbrauch
Grundsätzlich eröffnet die Speicherung von Daten die Möglichkeit für jede Art der Ver-
arbeitung dieser Daten. Das mag theoretisch trivial erscheinen; jedoch ergeben sich
die praktischen Folgen einer Datenspeicherung daraus, dass die gespeicherten Daten
auch später noch gebraucht und missbraucht werden können, möglicherweise auch unter
Umständen, die dem Nutzer ursprünglich gar nicht bewusst waren. Dies impliziert eine
längerfristige Verantwortung für diese Daten. Diese Verantwortung muss bei der Partei
liegen, die die Daten kontrollieren und Entscheidungen über deren Nutzung treffen kann.
Wenn man davon ausgehen kann, dass sich die im Auto gespeicherten Daten unter der
alleinigen Kontrolle des Besitzers oder Fahrers des Autos befinden, kann die Frage nach
der Verantwortung über die Daten relativ leicht beantwortet werden. Ist dies nicht der Fall,
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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