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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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Entwicklungs- und Freigabeprozess automatisierter Fahrzeuge614 28.2 Erwartungen an die Sicherheit komplexer Fahrzeugtechnik 28.2.1 Gesteigerte Verbrauchererwartungen an die Fahrzeugsicherheit Vollautomatisierte Fahrzeuge müssen am heute weltweit hohen Niveau des Verbraucher- bewusstseins für Mängel an Kraftfahrzeugen gemessen werden. Seit dem Jahr 1965 ent- wickelte sich, verstärkt durch das Buch Unsafe at Any Speed: The Designed-In Dangers of the American Automobile, zunehmend ein kritisches Bewusstsein gegenüber der Auto- mobilindustrie [7, 8]. In dieser Veröffentlichung wirft der Autor Ralph Nader den Fahr- zeugherstellern Einsparungen bzw. Sorgfaltspflichtverletzungen zulasten einer sicheren Konstruktion und Herstellung vor. Die Darstellung von Sicherheits- bzw. Konstruktions- mängeln bei General Motors und anderen Herstellern schreckte die Öffentlichkeit auf. Im Nachgang gründete Nader das „Center for Study of Responsive Law“, das Kampagnen gegen die Big Three der US-Autobauer, den Volkswagen-Konzern und andere Automobil- konzerne startete. In der Folge wurden technische Konzepte überarbeitet und optimiert. Im Mittelpunkt von Naders Kritik stand der Chevrolet Corvair. Unter anderem kritisierte Nader die un sichere Fahr dynamik durch den Heckmotor sowie die Pendelachse. Diese veränderte beim Aus- bzw. Einfedern den Sturz der Räder (Neigung gegenüber der Senkrechten). Durch eine Konstruktionsänderung mit einer mehrfach gelagerten Achse bleibt dagegen die Nei- gung weitgehend gleich, was zu einem stabileren Fahrverhalten führt. Später stand aus ähnlichen Gründen der VW Käfer wegen seiner Seitenwindempfindlichkeit in der Kritik. Auch er war mit Heckmotor und Pendelachse ausgerüstet. Als technische Verbesserung löste der VW Golf mit Front motor und stabilerem Fahrverhalten (Markteinführung 1974) den VW Käfer ab. Neben der Entwicklung neuer und fahrsicherer Fahrzeugkonstruktionen wurde als eine weitere Folge dieser Kritik im Jahr 1970 die US National Highway Traffic Safety Admi- nistration (NHTSA) gegründet. Angesiedelt innerhalb des Department of Transportation – auf der Grundlage des „Highway Safety Act of 1970“ – verbessert sie die Straßenver- kehrssicherheit. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschenleben zu schützen, Verlet- zungen vorzubeugen und Fahrzeugunfälle zu reduzieren. Weiterhin bietet sie dem Ver- braucher fahrzeugspezi fische Sicherheitsinformationen, die vorher nicht allgemein zu- gänglich waren. Darüber hinaus begleitet die NHTSA bis heute zahlreiche Untersuchungen automobiler Sicherheitssysteme. Sie hat u. a. die verpflichtende Einführung eines auto- matisiert eingreifenden Fahrdynamikregelsystems (Electronic Stability Control – ESC) aktiv gefördert. Parallel zu den Aktivitäten der NHTSA zeigt auch die Statistik des Kraft- fahrtbundesamtes einen zunehmend sensibleren Umgang mit sicherheitsrelevanten Mängeln durch die Begleitung oder Anordnung von Rückrufaktionen [9]. Mittlerweile bestehen höchste Erwartungen an die Sicherheit von Kraft fahrzeugen. Das äußert sich in einer umfang reichen Sicherheitsausstattung, die heute fast weltweit in jedem Serienfahr- zeug erwartet wird. Dazu gehören u. a. das Antiblockiersystem (ABS), Airbags oder eine Fahrdynamikregelung bzw. Electronic Stability Control. Die Häufigkeit von Rückrufak- tionen hat zugenommen, obwohl die allgemeine Zuverlässigkeit und Funktionssicherheit
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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