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64529.3
Akzeptanz des autonomen Fahrens Forschungsstand und Forschungsschwerpunkte
Wertdimension
Die Wertdimension wird in vielen Ansätzen nicht als eigenständige Ebene von Akzeptanz
betrachtet, sondern mit der Einstellungsdimension zusammengefasst. Werte und Normen,
so die Argumentation, sind auch Basis von Einstellungen und daher nur schwer von diesen
zu trennen. Relevanz entfaltet die Wertdimension aber z. B. dann, wenn Akzeptanz auf der
Handlungsebene beobachtet werden kann (etwa in der Nutzung eines spezifischen Pro-
dukts), obwohl sie möglicherweise gar nicht oder nur bedingt mit subjektiv-individuellen
Werten übereinstimmt – eine Person kann ein Auto nutzen und besitzen, aber gleichzeitig
an einem stark ökologischen Leitbild orientiert sein, das sich wiederum in anderen Hand-
lungsbereichen deutlicher zeigen kann (beispielsweise darin, generell nur im Bio-Super-
markt einkaufen zu gehen). Als durchaus herausfordernd werden im Zusammenhang
mit autonomem Fahren auf einer gesellschaftlichen Ebene ethische Kriterien bzw. Maß-
stäbe betrachtet, die der Bewertung zum autonomen Fahren zugrunde liegen (müssen)
(s. Kap. 4 und Kap. 5). Generell wird ein Akzeptanzobjekt immer auch in Abhängigkeit
von einem vorhandenen Normen- und Wertesystem bewertet (vgl. [13]).
29.2.1.3 Forschung zu Akzeptanz
Akzeptanz vollzieht sich nicht nur auf verschiedenen Ebenen (s. o.), sondern ist auch das
Ergebnis eines komplexen individuellen und kollektiven Bewertungs- und Aushandlungs-
prozesses und manchmal sogar von relativ unspezifischen „Befindlichkeiten“ ([7], S. 55).
Damit geht auch die Frage einher, wie ein solcher Prozess messbar und damit empirisch
zugänglich gemacht werden kann. Für eine relativ neue Technologie wie das autonome
Fahren gilt es zudem zu bestimmen, auf welche Weise einzelne Akteure (z. B. Nutzerinnen
und Nutzer), soziale Gruppen, Organisationen und Institutionen den Herausforderungen
des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts begegnen. Damit verbunden ist auch das
Ziel, „… Gestaltungspotenziale für gesellschaftliche Herausforderungen zu identifizieren
und technologische Optionen im Hinblick auf ihren Problemlösungsbeitrag zu prüfen …“
([11], S. C).
Für die Akzeptanzforschung kann zusammenfassend festgehalten werden, dass Akzep-
tanz „… ein komplexes, vielschichtiges Konstrukt ist, das nicht direkt und unmittelbar
messbar ist, und für das auch keine ,geeichten‘ Messinstrumente zur Verfügung stehen …“
([11], S. 21). In Abhängigkeit von dem zu untersuchenden Akzeptanzobjekt, aber auch
abhängig von den relevanten Dimensionen können nur jeweils spezifische Indikatoren
operationalisiert und messbar gemacht werden – damit werden andere wiederum zwangs-
läufig ausgeschlossen. Dies gilt es, im Forschungsprozess mit zu reflektieren.
29.3 Akzeptanz des autonomen Fahrens: Forschungsstand
und Forschungsschwerpunkte
Autonomes Fahren kann den Produkt- und Alltagstechniken zugerechnet werden; im
Gegensatz zu Arbeitstechniken und sogenannter externer Technik wie beispielsweise Kern-
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung