Seite - (000676) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Bild der Seite - (000676) -
Text der Seite - (000676) -
65529.4
Exploration des Themas aus der Perspektive von Verkehrsteilnehmern
gegenüber dem autonomen Fahren einher (79 Prozent in den USA gegenüber 43 Prozent
bei den deutschen Massenmedien-Kommentaren und nur 25 Prozent bei den technologie-
affinen Kommentaren).
Die Haftungsfragen wurden insgesamt bei Heise online am stärksten kontrovers disku-
tiert, während auf US-amerikanischer Seite in den wenigen Aussagen zu diesem Thema
alle Schreibenden die Haftung künftig beim Hersteller sehen. Die Autoren von Kommen-
taren in der Gruppe von Spiegel Online und Co., also bei den deutschen Massenmedien,
finden dagegen mehrheitlich (58 Prozent), dass auch in Zukunft die Haftung bei der Halterin
oder dem Halter des Fahrzeugs liegen sollte.
Der Grundton der Kommentare auf den deutschen Portalen ist insgesamt etwas positi-
ver: Sowohl auf Heise online als auch in den Foren der anderen Medienportale werden
häufiger als auf den US-amerikanischen Medienportalen positive Eigenschaften des auto-
nomen Fahrens thematisiert (70 Prozent und 71 Prozent gegenüber 61 Prozent) und gleich-
zeitig weniger negative Bewertungen vorgenommen (37 Prozent und 48 Prozent gegenüber
53 Prozent).
29.4.2.4 Zusammenfassung
In den US-amerikanischen ebenso wie in den deutschen Leser-Kommentaren, die auf den
Massenmedien-Portalen verfügbar waren, überwiegen Aussagen, die derzeit noch stark an
den erwarteten Eigenschaften der autonomen Fahrzeuge selbst orientiert sind. Das heißt,
das Akzeptanzobjekt ist in der Tat das physische Objekt Auto und seine individuelle Nut-
zung. Auf Heise online stellt sich dies anders dar – die Diskussionen gehen bereits weit
über die Orientierung am rein „Technischen“ hinaus und thematisieren konkrete Nutzungs-
szenarien bzw. sehen autonomes Fahren stärker in Zusammenhang mit dem gesamten so-
zio-technischen System der (Auto-)Mobilität. Da die meisten Schreibenden auf diesem
Portal offensichtlich bereits über mehr Wissen in Bezug auf die Technologie verfügen als
„normale“ Medienrezipienten, kann vermutet werden, dass mit dem Fortschreiten der öf-
fentlichen Debatte zum autonomen Fahren (die ja erst im Laufe der letzten zwei Jahre an
Fahrt aufgenommen hat) solche Themen an Relevanz gewinnen werden, die nicht nur die
Technologie an sich betreffen, sondern auch ihre Einbettung in das System, also stärker den
Akzeptanzkontext einbeziehen.
Insgesamt spannt die Untersuchung den derzeit gültigen „Akzeptanzraum“ zum Thema
autonomes Fahren auf. Dieser Akzeptanzraum ergibt sich aus den Themen, die aktuell die
über die Medien geführte Debatte in der Gesellschaft strukturieren und gleichzeitig mit
spezifischen Wertungen verbunden sind. Betrachtet man die Breite an Themen, dann zeigt
sich zwar, dass dem autonomen Fahrzeug überwiegend positive Eigenschaften zugewiesen,
daneben allerdings auch negative Eigenschaften identifiziert werden. Darüber hinaus wird
eine Reihe von Fragen aufgeworfen, die aus Sicht der Kommentierenden noch der Klärung
bedürfen und – je nachdem, wie diese Klärung ausfällt – ebenfalls Einfluss auf die Akzep-
tanz haben werden. Die Ambivalenz, die darin zum Ausdruck kommt, setzt sich fort, wenn
die Äußerungen auf der sachlich-objektbezogenen Ebene um die Aussagen auf der affektiv-
subjektiven Ebene ergänzt werden: Während das autonome Fahrzeug als solches eine
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung