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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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66930.3 Gesellschaftliche Risikokonstellationen für autonomes Fahren Technik und Software mit unvorhergesehenem menschlichem Handeln zu unerwarteten Systemproblemen aggregieren könnten [15]. Ein ganz anders gelagertes Systemproblem könnte, wiederum nur für den Fall nicht bordautonomer, sondern vernetzter Fahrzeuge, ein versteckter Zentralismus und eine damit verbundene Konzentration von Macht sein. Da die Optimierung auf Systemebene nur über überregionale Leitzentralen erfolgen kann (s. Kap. 24), ist – bei aller Dezentralität auf Seiten der Nutzer – eine gewisse Zentralisierung auf der Steuerungs- und Managementebe- ne wohl unverzichtbar. Hier könnte die Sorge erwachsen, dass durch von der Technologie erzeugte Notwendigkeiten möglicherweise problematische gesellschaftliche Folgen ein- treten könnten: ein zentral gesteuertes Verkehrssystem als Vorbote einer zentralistischen Gesellschaft, deren Lebensnerv eine „Megainfrastruktur“ wäre, die sich einer demokrati- schen Kontrolle entzöge. Dies ist jedoch kein absehbares gesellschaftliches Risiko des autonomen Fahrens und schon gar keine notwendig damit verbundene Entwicklung. Viel- mehr handelt es sich um eine Befürchtung der Art, dass man auf diese mögliche problema- tische Entwicklung in der Etablierung des autonomen Fahrens kritisch achten muss, um gegebenenfalls gegensteuern zu können. In all diesen Feldern bilden die Entscheidenden ein komplexes Geflecht aus Automobil- konzernen, Softwareproduzenten, politischen Regulierern und Behörden mit verteilten Verantwortlichkeiten. Möglicherweise kommen auch neue Akteure hinzu, deren Rollen heute nicht absehbar sind. Entscheidende und Betroffene fallen zu einem großen Teil auseinander. Und da es für Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen oder auch andere Bürgerinnen und Bürger praktisch keine Möglichkeit gäbe, solchen Risiken auszuweichen, ist über diese Dinge gesellschaftsweit eine offene Debatte zu führen, um die Entwicklung sorgfältig zu beobachten und zu bewerten sowie gegebenenfalls politische oder regula- torische Maßnahmen einzuleiten. 30.3.3 Risikokonstellation Investitionen Erforschung und Entwicklung von Technologien des autonomen Fahrens sind extrem aufwendig und damit entsprechend kostenintensiv. Zulieferer und Automobilkonzerne in- vestieren bereits gegenwärtig, und bis zu einer möglichen Einführung des autonomen Fahrens wären weitere erhebliche Investitionen erforderlich. Wie bei anderen Investitionen besteht auch hier das betriebliche Risiko, dass der Return on Investment nicht in der erwar- teten Größenordnung oder nicht im erwarteten Zeitraum kommt, weil autonomes Fahren sich nicht in größerem Umfang durchsetzt, aus welchen Gründen auch immer. Auf der anderen Seite besteht bei einem Verzicht auf diese Investitionen das Risiko, dass Konkur- renten auf autonomes Fahren setzen und im Erfolgsfall erhebliche Steigerungen ihres Marktanteils verzeichnen. Hier müssen also strategische Unternehmensentscheidungen unter Abwägung der unterschiedlichen Risiken getroffen werden. Dies ist zunächst ein Standardfall der Unternehmensführung und eine klassische Auf gabe des Managements. Aufgrund der Größenordnung der zu tätigenden Investitionen und des
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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