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Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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67730.4 Einordnung in bisherige Risikodebatten weltnahen Bereichen, wie es das Autofahren ja auch ist, erscheint vor diesem Hintergrund als eine in sich riskante Strategie. Mobile Kommunikationstechnologien Die Mobiltechnologien (Handys, mobile Internetnutzung) sind ein interessanter Fall für Technologieeinführungen, die trotz öffentlicher Risikodiskussion gelungen sind. Obwohl es seit über zehn Jahren eine lebhafte Risikodiskussion zu elektromagnetischer Strahlung (EMF) gibt, hat dies der Akzeptanz auf der individuellen Ebene keinen Abbruch getan. Nur Standorte von Sendemasten sind immer wieder Gegenstand von Protest und Opposition. Gegen die Technologie als solche gibt es jedoch praktisch keine Opposition. Die nahe- liegende Erklärung ist, dass der Nutzen, und zwar nicht der volkswirtschaftliche, sondern der für jeden Einzelnen erfahrbare individuelle Nutzen, einfach zu überwältigend ist. Auch die schweren und öffentlich diskutierten Risiken für Privatheit, die in den letzten Jahren anlässlich vieler Ausspähungen durch Unternehmen und Geheimdienste bekannt geworden sind, haben kaum zu einer Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher geführt. Mobiles Telefonieren, Online-Banking, e-Commerce und das ständige online Sein erlauben die Erstellung von verblüffend zutreffenden Profilen – was aber die Nutzerinnen und Nutzer nicht abhält, weiterhin diese Technologien anzuwenden und dauernd private Daten preiszugeben. Es ist wohl der unmittelbar erfahrbare Nutzen, der uns die Risiken auch dann akzeptieren lässt, wenn wir sie kennen und kritisieren. Nanotechnologie Seit dem Aufkommen einer Risikodebatte zur Nanotechnologie vor fast fünfzehn Jahren ist diese Technologie von Befürchtungen begleitet, ihr könne ein ähnliches Desaster in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung drohen wie der Kernenergie oder der Grünen Gentechnik. Frühe und extrem weitreichende, jedoch rein spekulative Befürchtungen in Form von Horrorszenarien wie ein Kontrollverlust des Menschen über die Technik sind jedoch aus der Debatte wieder verschwunden, ohne dass es zu diesen Effekten gekommen ist. Die Nanotechnologie wurde im Rahmen einer offenen Diskussion von den spekulativen Höhen zwischen Paradieserwartungen und apokalyptischen Befürchtungen zu einer „normalen“ Technologie, deren konkrete Vorteile sich vor allem in neuen Materialeigen- schaften durch Beschichtungen oder Beimischungen von Nanopartikeln zeigen. Aber auch hier gab es Befürchtungen einer massiven Ablehnung. Forderungen von Organisationen wie der ETC-Group oder dem BUND nach einer strengen Auslegung des Vorsorgeprinzips, etwa in Form eines Moratoriums der Verwendung von Nanopartikeln in marktgängigen Produkten wie Kosmetika oder Lebensmitteln, gelten hierbei als Indizien. Eine fundamentalistische Verhärtung der Fronten ist jedoch trotz entsprechender Szenarien nicht eingetreten. Ein Grund dürfte sein, dass die Risikokommunikation in diesem Fall ganz anders gelaufen ist als bei Atom- und Gentechnik. Während dort früher die Expertinnen und Experten häufig Sorgen und Bedenken nicht ernst genommen, sondern als irrational abqualifiziert und eine Botschaft des „Wir haben alles unter Kontrolle“ vertreten haben, war und ist die Risikodiskussion zur Nanotechnologie von Offenheit gekennzeichnet.
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Autonomes Fahren Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung
Titel
Autonomes Fahren
Untertitel
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Autoren
Markus Maurer
Christian Gerdes
Barbara Lenz
Hermann Winner
Verlag
Springer Open
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
78-3-662-45854-9
Abmessungen
16.8 x 24.0 cm
Seiten
756
Kategorie
Technik
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