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Marktauswirkungen des automatisierten
Fahrens714
bilität und eines erhöhten Komforts. Darüber hinaus zeigen sich kritische Kommentare, die
sich auf die Sicherheit und Zuverlässigkeit der automatisierten Fahrtechnologie beziehen.
Die Kommentare der US-Leser weisen in besonderem Maße negative Konnotationen be-
zogen auf die Beschränkung der individuellen Freiheit auf und deuten somit auf die hohe
Relevanz des Autonomiebedürfnisses der Konsumenten hin.
Eine zweite Studie behandelt den Einsatz automatisierter Technologien in zwei ver-
schiedenen Kontexten, und zwar der automatisierten Diagnose im Gesundheitsbereich und
des automatisierten Fahrens. Der Beitrag liefert Anhaltspunkte dafür, dass der Marke des
Anbieters eine bedeutende Rolle zur Reduktion des wahrgenommenen Risikos zukommen
könnte [13]. In einer weiteren Studie werden vier verschiedene Szenarien zukünftiger
Mobilität unter Mitwirkung von Experten von Fahrzeugherstellern, Behörden, Wissen-
schaft und Umweltschutzgruppen entwickelt [19]. Zwei der vier Szenarien beziehen sich
auf das automatisierte Fahren und unterscheiden hierbei zwischen dem Besitz und dem
dienstleistungsbasierten Zugang zu automatisierten Fahrzeugen. Beide Szenarien weisen
eine schlechtere Beurteilung der Leistung aus Individualperspektive auf, während Vorteile
auf der systemischen Ebene bestehen.
Eine erste Studie, die sich mit der Quantifizierung der Bedeutung psychologischer Trei-
ber der Nutzungs- und Kaufabsicht beschäftigt, stellt basierend auf einer Stichprobe von 421
französischen Konsumenten positive Werte für die Verhaltensabsicht fest [51]. Es zeigen
sich signifikant positive Einflüsse der generellen Einstellung gegenüber dem automatisier-
ten Fahren, der Kundenakzeptanz und dem empfundenen Neuigkeitsgrad auf die Verhaltens-
absicht. Darüber hinaus zeigt sich, dass männliche Befragte eine vergleichsweise höhere
Nutzungsintention aufweisen. Diese Beobachtung steht im Einklang mit weiteren For-
schungsarbeiten zur Adoptionsbereitschaft technologischer Innovationen, die üblicherweise
eine höhere Bereitschaft zur frühzeitigen Adoption bei männlichen Konsumenten feststellt.
Der vorliegende Beitrag baut auf diesen Ergebnissen auf und konzeptualisiert ein
Untersuchungsmodell, das die in diesem Abschnitt aufgeführten Schlüsselvariablen, die
Rolle der Marke und die Bedeutung verschiedener Anwendungsfälle des automatisierten
Fahrens umfasst. Im nächsten Abschnitt werden die Effekte der Markenstärke, der marken-
politischen Option einer Markenallianz und die Rolle der verschiedenen Anwendungsfälle
zur Erklärung der Kaufbereitschaft hergeleitet.
32.3 Konzeptionelles Modell
32.3.1 Markenstärke und weitere Einflussfaktoren als Treiber
der Kaufentscheidung
Aus akademischer und Praxissicht ist die Markenstärke, definiert als aus der Marke resul-
tierender Zusatznutzen eines Produkts [20], ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Unter-
nehmen können aus starken Marken Wettbewerbsvorteile ziehen, da diese die Möglichkeit
zur Differenzierung bieten, mit einer höheren Kundenloyalität einhergehen und die Mög-
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Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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