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71932.5
Studie 1
ebenfalls signifikant (p < 0,01). Neben den Manipulationen wurde der Markenbesitz und
Unterschiede in der Innovationsaffinität als Co-Variablen im Modell aufgenommen. Die
Kaufintention als abhängige Variable wurde mit drei Fragen gemessen, welche die in-
dividuelle Wahrscheinlichkeit messen, ein Fahrzeug der jeweiligen Marke mit dem Auto-
bahnpiloten zum angebotenen Preis von 3500 € zu kaufen bzw. den Kauf zu erwägen. Der
Preis wurde in Analogie zu bestehenden Preisen für verschiedene Fahrassistenzsysteme
festgelegt. Die Skala erfüllt die geforderten Anforderungen an die Reliabilität der Messung
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Zur Erforschung der Ursachen für die bestehende Varianz in der Kaufbereitschaft
wurden die vermuteten Treiber und Barrieren auf der Wahrnehmungsebene abgefragt. Die
Probanden wurden gebeten, das angebotene Wertversprechen des Systems (die Vorteilhaf-
tigkeit) zu bewerten und darüber hinaus ihr funktionales Vertrauen, das Preis-/Leistungs-
verhältnis und das Prestige des automatisierten Fahrsystems einzuschätzen. Diese Media-
toren werden darüber hinaus von der Autonomiewahrnehmung, der Autonomiepräferenz,
den Bedenken bezüglich des Schutzes der Privatsphäre, der Sicherheitsbewertung und der
Markeneinstellung beeinflusst. Darüber hinaus wird im Modell für den Markenbesitz und
für die Tatsache, ob sich die Probanden als frühe Käufer von Technologieinnovationen
bezeichnen, kontrolliert. Die Ergebnisse der konfirmatorischen Faktorenanalyse zeigen ein
valides und reliables Messmodell. Darüber hinaus wurde die Diskriminanzvalidität der im
Modell enthaltenen Konstrukte untersucht [24]. Die durchschnittlich erklärte Varianz jedes
Konstrukts übertrifft dabei die geteilte Varianz mit allen anderen Konstrukten. Daher kann
auf eine ausreichende Reliabilität und Validität des Messmodells der Studie geschlossen
werden. Die Ergebnisse des Messmodells und die Fragebatterien werden auf Nachfrage
vom Verfasser zur Verfügung gestellt.
32.5.2 Ergebnisse
Die Kaufbereitschaft für den Autobahnpiloten mit Möglichkeit der manuellen Übernahme
durch den Fahrer wird von den Befragten eher durchschnittlich bewertet (MW = 3,30; Std.-
Abw. = 1,81), ein Ergebnis, welches im Einklang mit der generellen Skepsis gegenüber
Neuproduktinnovationen steht. Von den 239 Befragten, die mit einem der vier Szenarien
konfrontiert wurden, gaben 17,2 Prozent eine hohe oder sehr hohe Kaufbereitschaft für
das automatisierte Fahrsystem an. Hingegen geben mehr als ein Drittel der Befragten
(39,1 Prozent) der Stichprobe an, dass es (sehr) unwahrscheinlich ist, dass sie das System
in näherer Zukunft kaufen würden. Die Ergebnisse zeigen, dass es bereits heute ein größe-
res Marktsegment gibt, das sich den Kauf eines automatisierten Fahrsystems vorstellen
kann, jedoch auch noch Akzeptanzprobleme aufweist. Daher wird in einem nächsten Schritt
untersucht, ob die Ergebnisse sich in Abhängigkeit von der Markenstärke des Anbieters und
dem Industriesektor unterscheiden.
Zur Untersuchung des Einflusses der Markenstärke und des Industriesektors wurde eine
Varianzanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Haupteffekt der
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
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