Seite - (000748) - in Autonomes Fahren - Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Bild der Seite - (000748) -
Text der Seite - (000748) -
72532.7
Studie 3
erlaubt keine Eingriffe durch den Nutzer. Lediglich eine Änderung des Zielorts, der Route
und eine Notstopfunktion zum sicheren Halt und Verlassen des Fahrzeugs sind vorgesehen.
Sämtliche Fahrfunktionen werden dann vom ADR bei einer manuell wählbaren Reise-
geschwindigkeit von maximal 160 km/h (Autobahn) übernommen. „Der Fahrer wird
somit zum Passagier und kann die Zeit zur Entspannung oder zum Arbeiten nutzen“, sagte
Pkw-Chef Herbert Müller. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Fahrroboter
zuverlässiger auf Gefahrensituationen reagiert als der Mensch“, so Müller weiter. Gerade
nach Phasen der Inaktivität der Passagiere sei die Gefahr des Überreagierens hoch, daher
würde bei [Marke] konsequent auf vollautomatisiertes Fahren gesetzt. Trotzdem haben die
Ingenieure von [Marke] an Notsituationen gedacht, so können Nutzer jederzeit intervenie-
ren. Dann wird ein sicherer Haltepunkt angefahren.
Das ADR wird ab Juli 2015 in allen [Marke]-Modellen für einen Aufpreis von 3.500 €
erhältlich sein. „Mit der Einführung des vollautomatisierten Fahrens leistet [Marke] einen
wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit auf deutschen Straßen“, betonte der Pkw-
Manager.
Eine starke und eine schwache Automobilmarke wurden jeweils in Verbindung mit
den beiden weiteren Anwendungsfällen getestet, sodass sich insgesamt vier zusätzliche
Szenarien ergeben. Analog zu den Studien 1 und 2 wurde jeder Proband mit einem der vier
Szenarien konfrontiert und gebeten, eine fiktive Pressemitteilung aufmerksam zu lesen, in
der die Einführung eines automatisierten Valet-Parkens bzw. eines vollautomatisierten
Fahrzeugs angekündigt wurde. Das konzipierte Modell wurde wiederum auf Basis von
Daten einer Befragung von Konsumenten eines Online-Panels getestet. Die Kriterien der
Stichprobenauswahl sind identisch mit den ersten beiden Studien, die Struktur der Um frage
wurde ebenfalls beibehalten.
In Summe setzt sich die Stichprobe der dritten Studie aus 342 Befragten zusammen. Die
Probanden sind in etwa gleichverteilt zwischen den sechs Szenarien (drei Anwendungs fälle
x starke/schwache Marke). Die Zellen umfassen zwischen 49 und 65 Probanden, zwischen
den Zellen konnten keine Unterschiede hinsichtlich der Alters- oder Geschlechtsverteilung
festgestellt werden. Im Einklang mit den vorangegangenen Studien wurde die Kaufbereit-
schaft mit drei Fragen gemessen und die gleichen Co-Variablen aufgenommen. Das Struk-
turgleichungsmodell wurde ebenfalls in der gleichen Modellstruktur repliziert, um mögli-
che Einflussfaktoren der Kaufbereitschaft zu identifizieren und einen Modellvergleich zu
ermöglichen. Das Messmodell erfüllt die gängigen Reliabilitäts- und Validitätskriterien.
32.7.2 Ergebnisse
Die zwei zusätzlichen Anwendungsfälle des automatisierten Fahrens werden von den Be-
fragten im Vergleich zum Autobahnpiloten leicht anders wahrgenommen. Im Durchschnitt
ist die Kaufbereitschaft für das automatisierte Valet-Parken etwa auf dem gleichen Niveau
(MW = 3,59; Std.-Abw. = 1,93), während das vollautomatisierte Fahrzeug ohne Möglich-
Autonomes Fahren
Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Gefördert durch die Daimler und Benz Stiftung