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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI. 142 Die über Spitzbogen kuppelig kreuzrippengewölbten Flügel des Kreuzgangs in Lilienfeld umfassen in west-östlicher Richtung neun , in nord-südlicher Richtung acht quadratische bis rechteckige Joche. Fensterseitig ruhen die Gewölbe auf ge- bündelten Diensten , wandseitig auf Konsolen. Alle Kapitelle und Konsolen liegen auf gleicher Höhe. An den Fensterwänden liegen die Basen der Dienstbündel der Ganggewölbe auf gleichem Niveau wie die Basen der Arkadensäulchen. Während die Säulchen der Fensterarkaden auf den Parapetmauern stehen , ruhen die Ge- wölbeträger auf hohen , zweifach abgestuften Postamenten. Diese sind ebenso wie ihre Kapitelle und die verkröpften Kämpfergesimse , je nach den anlaufenden Ge- wölberippen orientiert , schräg oder gerade gestellt. Die Eckjoche sind durch ver- doppelte Scheidrippen und verdoppelte Dienste ausgeschieden. Sämtliche Gewöl- berippen weisen breite Bandprofile mit angearbeiteten Birnstäben auf und laufen gepflockt am Kämpfer an470. In ihrer Gesamtheit erscheint die Anlage des Lilienfelder Kreuzgangs einheit- licher als jene von Zwettl ; diese könnte gleichsam als experimentelle Vorstudie aufgefasst werden , die in konsequenter Weiterentwicklung in Lilienfeld zu einer stärker harmonisierten Gesamterscheinung gesteigert wurde. Die vergrößerten Fensteröffnungen im Nordflügel mit einer geringeren Anzahl von Rundbogen pro Fensterjoch scheinen in Lilienfeld aus funktionellen Gründen zur Gewährleis- tung besseren Lichteinfalls gewählt worden zu sein , da der Nordarm als Lektions- gang regelmäßig für liturgische Schriftlesungen verwendet wurde. Dieser Flügel wurde als Einziger auch schon im Mittelalter verglast. Im Kreuzgang von Lilien- feld ist die Gestaltung sämtlicher Kapitelle und kapitellförmiger Konsolen weitge- hend einheitlich : Es handelt sich in der Regel um gotische Knospenkapitelle nach dem Vorbild der Capella Speciosa , vereinzelt erscheinen auch Kelchkranzkapitelle , wie sie am Bau der Stiftskirche auch bei der Instandsetzung des nördlichen Quer- hausarmes Verwendung gefunden hatten. In besonderer Weise scheint Herzog Leopold VI. auf die Gestaltung des Kreuz- gangs von Lilienfeld Einfluss genommen zu haben. So wird die Wahl von Rot- marmor für die Vielzahl von Arkadensäulchen auf sein fürstliches Repräsentati- onsbedürfnis zurückgeführt , das vom Vorbild des nur dem byzantinischen Kaiser zustehenden Porphyrs beeinflusst gewesen sein kann471. Schon in der im Jahre 1200 geweihten Wiener Schottenkirche war Architekturpolychromie mit rot mar- morierten Säulen zur repräsentativen Steigerung der Innenerscheinung eingesetzt worden472. Vor allem aber scheint der Herzog selbst auch die architektonische Gesamtform bestimmt zu haben : Die Kreuzganganlage des Zisterzienserklosters
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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