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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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149Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI. besitzen schlanke Knospenkapitelle wie die Kapitelle der Capella Speciosa , flache Basen und ein profiliertes Kämpfergesims. Im Bereich des Portalbogens sind den Ge- wändesäulen Rundstabarchivolten zugeordnet. Ein durchgehender äußerer Rund- bogen mit dem Profil einer von Rundstäben begleiteten Kehle umfasst das Portal. Im Bogenfeld wurde ein reliefiertes Tympanon freigelegt ( Abb.  58 ). Dies zeigt vor einem mit fleischigem schwerem Blattwerk gefüllten Hintergrund eine Darstellung des Agnus Dei mit einem über dessen Rücken aufragenden Kreuz. Friedrich Dahm hat auf die ikonografische Besonderheit hingewiesen , dass das Lamm wie ein Wid- der gehörnt dargestellt ist , was einer in den Schriften der Kirchenväter formulierten theologischen Bezugnahme auf das Schlachtopfer jenes Widders entspricht , welches Abraham anstelle seines Sohnes dargebracht hat488. Das Portal vereinigt mit seinem wuchtigen kapitell- und kämpferlosen rahmenden Umfassungsbogen und seinem Trichtergewände bodenständige spätromanische Motive mit neuesten Errungen- schaften der französischen Gotik wie den schlanken eingestellten Gewändesäulen und den hochaktuellen Knospenkapitellen. Der Bau von St. Michael in Wien zählt daher zu den spezifischen Zeugnissen der babenbergischen Sondergotik489. Wiener Neustadt Die Civitas Nova Wiener Neustadt war von Herzog Leopold V. im damals äußers- ten Norden der Steiermark neu gegründet worden. Das Herzogtum Steiermark war in Vollzug des Erbvertrages mit dem letzten Traungauer Herzog Otakar IV. , der sogenannten Georgenberger Handfeste , an die Babenberger gefallen. Zu Pfingsten des Jahres 1192 wurde Herzog Leopold V. in Worms von Kaiser Hein- rich VI. mit der Steiermark belehnt. Kurz danach beschloss Herzog Leopold V. im Rahmen einer Ministerialenversammlung in Fischau die Gründung der Neu­ stadt. Während früher angenommen wurde , dass dieses entscheidende Taiding im Jahr 1194 stattgefunden habe , gelang es Erwin Reidinger , überzeugend nachzu- weisen , dass die Absteckung des Stadtgrundrisses bereits 1192 und die Festlegung der Längsachse des Chors der Stadtpfarrkirche nach Richtung des Sonnenauf- gangs am Pfingstsonntag , dem 16. Mai 1193 , erfolgt sind490. Dies bedeutet , dass der Kirchenbau schon bald nach diesem Datum begonnen wurde. Im gleichen Jahr wurde nämlich auch der Bau der Befestigungsanlagen von Wiener Neustadt angefangen , als aus England das Lösegeld für die Freilassung von König Richard Löwenherz , ein Betrag von 50.000 Mark Silber Kölner Gewichts , eintraf , von welchem überliefert ist , dass er zur Befestigung der Städte Enns , Hainburg und Wiener Neustadt verwendet worden sei491.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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