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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 156 -
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Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI. 156 In der westwerkartigen Doppelturmfront mit Stufen- portal und integrierter Westempore , die sich über alle drei Schiffe des Langhauses erweitert , sollte der Bau der Lieb- frauenkirche in Wiener Neustadt wohl den Repräsentati- onsanspruch des Landesfürsten als Gründer und Eigenkir- chenherr ausdrücken. Anscheinend hatte Herzog Leopold VI. mit diesem großen Pfarrkirchenbau in der babenbergi- schen Gründungsstadt noch weitergehende kirchenpoliti- sche Pläne im Sinn , die auf eine hierarchische Neustruktu- rierung in diesem entlegenen Teil der Erzdiözese Salzburg abzielten : In die Bauzeit der Liebfrauenkirche von Wiener Neustadt fällt die Errichtung des Salzburger Eigenbistums Seckau ( 1218 ) , die als eine Maßnahme des Erzbistums gilt , einer geplanten Bis- tumsgründung in der Steiermark durch den Babenbergerherzog zuvorzukom- men. Ein möglicher Standort für ein solches von Leopold VI. geplantes steiri- sches Landesbistum könnte Wiener Neustadt gewesen sein498. Hainburg In die Regierungszeit Herzog Leopolds VI. fällt der Ausbau der Befestigung von Hainburg , der östlichsten Stadt des Reiches an der Donau unmittelbar an der Grenze gegen Ungarn. Man begann etwa gleichzeitig mit Wiener Neustadt die bereits seit dem 11. Jahrhundert bestehende Siedlung als Burgstadt auszubauen , wobei die 1194 an den Herzog von Österreich ergangene Lösegeldzahlung für die Freilassung des englischen Königs Richard Löwenherz herangezogen worden sein soll499. Es entstand eine im Grundriss etwa dreieckige Stadtbefestigung , die sich vom Burgberg bis zum Ufer der Donau erstreckte. Die Stadtmauer wurde mit 22 Türmen befestigt. Nach dem Befund des Mauerwerks wurde der Ausbau der Stadtbefestigung nach 1220 vollzogen500. Gleichzeitig mit der Stadtmauer wur- de auch die Burg auf dem Höhenplateau oberhalb der Siedlung aus- und umge- baut501. Innerhalb einer eigenen Umfassungsmauer über polygonalem Grundriss , die mit vier unregelmäßig angeordneten Türmen versehen war , wurde ein frei stehender Wohnturm errichtet , der ein sieben Meter hohes Hauptgeschoss mit Kreuzrippengewölbe enthielt. Das Portal dieses Turmes zeigt mit schlanken , en délit gearbeiteten Gewändesäulen und blattbesetzten Knospenkapitellen engste Abb.  63 : Dom in Bamberg , Ostansicht
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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