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Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI.
174 Spitzbogenrahmungen582. Das Apsisgewölbe erweiterte sich mit Stichkappen zur
Fensterwand hin. So wie der Hauptchor in St. Pölten ist auch der Bamberger
Westchor gegenüber dem Langhaus bühnenartig erhöht , ohne dass sich unter die-
ser Niveauanhebung eine Krypta befindet.
In der Kapitellplastik des Kirchenumbaus von St. Pölten zeigen sich einzelne
Bezüge zur Baukunst der Babenberger. Diese Übereinstimmungen wurden in der
älteren Literatur so hoch bewertet , dass man an die Tätigkeit einer gemeinsamen
Wiener Bauhütte dachte583. Kapitelle mit symmetrisch verschlungenen Vogel- und
Drachendarstellungen , wie sie in der Rosenkranzkapelle der Stiftskirche St. Pöl-
ten erhalten sind ( Abb. 79 a und b , 80 ) , wurden von Richard Kurt Donin mit
der Bauskulptur der Wiener Michaelerkirche und der Liebfrauenkirche in Wiener
Neustadt verglichen584 ; weitere Gemeinsamkeiten wurden bezüglich der Detai-
lausbildung von Blattformen , Diamantierungen und antropomorphen Kapitell-
knospen festgestellt.
Die aufgezeigten Übereinstimmungen zwischen St. Pölten und dem Bamber-
ger Dom erscheinen vor dem historischen Hintergrund besonders beachtenswert :
Von 1203 bis 1237 hatte Ekbert von Andechs-Meranien , ein Blutsverwandter Bi-
schof Gebhards von Passau , den Bischofsstuhl von Bamberg inne. Während des
Abb.
80 : Kapitellfries in der Rosenkranzkapelle im Dom in St. Pölten
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur