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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 179 -
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Die Bautätigkeit des Bistums Passau in Österreich im 13. Jahrhundert 179 che Urkunden ausstellte604 , dem Stift Kremsmüns- ter wertvolle Vergünstigungen. Es ist auffallend , dass in zwei Quellen über den Baubeginn am Pres- byterium der Name Friedrichs II. vermerkt ist , was auf einen Zusammenhang mit den Zuwendungen des Kaisers hinweisen könnte605. Zehn Jahre vorher hatte Friedrich II. den Wiederaufbau des Doms von Bamberg großzügig gefördert606 und damit eine ent- scheidende Reorganisation innerhalb der Bamberger Dombauhütte ermöglicht , die eine grundlegende sti- listische Neuorientierung des Bauprojekts nach fran- zösischen Vorbildern ( Reims , Laon ) ermöglichte. Auffallend innovativen Charakter hatte die viel- fach polygonal gebrochene Ostansicht des neuen Chorbaus von Kremsmünster ( Abb.  84–86 ). Die Anlage bestand aus drei Hauptteilen. Die polygo- nale Mittelapsis war über fünf Seiten eines Zwölf- ecks errichtet und mit vier Strebepfeilern versehen. Links und rechts vom Hauptchorpolygon schlossen sich Nebenapsiden an den ostseitigen Querschiff- mauern in Form von Fünf-Zwölftel-Polygonen an607. Damit bot die Chorpartie ein reich differen- ziertes Erscheinungsbild608 , als dessen Vorbilder Apsidengruppierungen an französischen Kirchen gelten können , wie an der Sainte-Chapelle in Di- jon ( erbaut um 1200 )609 oder an der Abteikirche St-Pierre in Lagny ( begonnen um 1210 )610. Wie ak- tuell dieses Motiv zur Errichtungszeit des Chors von Kremsmünster selbst im Kernland der franzö- sischen Gotik war , zeigt seine Anwendung bei der Grundrissgestaltung der Benediktinerkirche Ste. Nicaise in Reims , deren Baubeginn 1231 erfolgte611. In Mitteleuropa wurde dieses Motiv erst wieder beim Bau der Regensburger Dominikanerkirche ( begonnen nach 1243 )612 und des Regensburger Doms613 ( begonnen nach 1273 ) aufgegriffen. Abb.  86 : Aufrissdarstellung der Chor apsis der Stiftskirche in Kremsmünster. Wandabwicklung Abb.  85 : Rekonstruktion der ursprüng lichen Choranlage der Stiftskirche in Kremsmünster
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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