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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI. 180 Im Jahre 1970 konnten an der Außenseite des Chorapsispolygons der Stifts- kirche Kremsmünster die Gewände von drei Rundbogenfenstern und von fünf Rundfenstern aus der Erbauungszeit mit reicher Profilgliederung freigelegt werden ( Abb.  84 )614. Im Gegensatz zur fortschrittlichen Grundrisslösung des Chors zeigen die Fenster einen eher konservativen Charakter. Sie besitzen mit ihren Trichterge- wänden und Rundstabeinfassungen Ähnlichkeit zu den Fenstern des Hallenum- gangschors in Lilienfeld ( vor 1230 ). Die reich abgestuften Gewände der Rundfens- ter mit in der Abfolge von Kehlen und Stäben eingelegten Diamantbändern sind den Fensterrosen der Westempore der Wiener Stephanskirche ( wohl ab 1237 ) ähn- lich. Die Außenwände des Chorpolygons besaßen ursprünglich eine noch reichere Gliederung , die bei der Barockisierung der Kirche abgeschlagen wurde. Als obers- ten Abschluss hatte die Chorapsis außen einen Rundbogenfries , den die älteste Darstellung der Stiftskirche von 1465 noch zeigt ( Abb.  83 )615. Nur mehr in Spuren feststellbar waren bei der Mauerwerksuntersuchung von 1970 rundbogige rahmen- de Vorlagen , die jeweils ein Rundfenster und das darunterliegende Rundbogen- fenster umfassten und unten an die Strebepfeiler anschlossen. Eine Innenansicht der Stiftskirche aus dem Jahr 1642616 zeigt , dass an den Innenwänden der Apsis rahmende Spitzbogen die Fenster umschrieben , indem sie in vertikalen Grup- pen die Rundfenster , die darunterliegenden Rund- bogenfenster und zuunterst die in jedem Wandfeld paarweise ausgebildeten Blendarkaden der Sedilien zusammenfassten617. Dieses Motiv erscheint eng ver- wandt mit der äußeren Gliederung an der Hauptapsis der Klosterkirche St. Pölten ( vor 1228 ) und auch ähn- lich zur inneren Ordnung der Westapsis am Dom zu Bamberg618. Die für die Außengliederung des Chors von Kremsmünster kennzeichnende Verbindung von Blendbogen mit Strebepfeilern findet sich bereits im 3. Viertel des 12. Jahrhunderts in Frankreich am Chorhaupt der Kirche Nôtre-Dame in Mont-devant- Sassay ( Meuse )619. In der Wirkung noch plastisch ge- steigert tritt das Motiv an der Hauptapsis der Kloster- kirche Třebič auf. Abb.  87 : Choranlage der Stiftskirche in Ardagger
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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