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Die Klosterbauten der Ministerialen 189
DIE KLOSTERBAUTEN DER MINISTERIALEN
Baumgartenberg , Wilhering , Schlägl
Außer dem Landesfürsten und den Passauer Bischöfen gab es im 12. und 13. Jahr-
hundert noch weitere Stifter von Klöstern in Österreich , die aus dem Bereich der
landesfürstlichen und bischöflichen Ministerialen und des Landadels kamen. Das
baukünstlerische Erscheinungsbild dieser Stifte ist differenziert. Die unterschied-
liche Stilausrichtung der einzelnen Klosterbauten erscheint vom soziologischen
Bezugsfeld der Stifter definierbar.
Baumgartenberg
Durch die Mitwirkung der herzoglichen Bauleute nimmt die Kreuzganganlage
von Zwettl innerhalb der Ministerialenarchitektur der ersten Hälfte des 13. Jahr-
hunderts in Österreich eine Sonderstellung ein. Ein wesentlich anderes Bild bie-
tet die Architektur des Zisterzienserklosters Baumgartenberg in Oberösterreich ,
das fast zur gleichen Zeit wie Zwettl von einem Landadeligen gegründet und
ebenfalls in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ausgebaut wurde. Der Stifter
von Baumgartenberg war der in Ober- und Niederösterreich , in Bayern und im
Lungau begüterte nobilis vir Otto von Machland , der als babenbergischer Minis-
teriale bezeichnet wird634. Otto war mit Gräfin Jutta von Peilstein , einer Schwes-
ter Bischof Reginberts von Passau und Nichte des Markgrafen Leopold III. von
Österreich , verheiratet. Da ihr einziger Sohn früh verstarb , entschloss sich das
Ehepaar , den Großteil seines Besitzes der Kirche zu schenken. Das Stifterpaar
hatte eine besondere Beziehung zu Heiligenkreuz : Nachdem der Vetter Gräfin
Juttas , Otto von Babenberg , der damalige Abt von Morimond und nachmalige
Bischof von Freising , Initiator der Gründung von Heiligenkreuz durch seinen
Vater Leopold III. gewesen war , wandten sich Otto und Jutta von Machland an
dieses Kloster mit der Bitte , die neue Gründung in Baumgartenberg mit Hei-
ligenkreuzer Zisterziensern zu besiedeln. Die Gruppe von zwölf Mönchen , die
von Heiligenkreuz nach Baumgartenberg entsandt wurde , stand unter der Lei-
tung von Abt Friedrich , der mit Otto von Babenberg gemeinsam in Paris stu-
diert und im Kloster Morimond gewirkt hatte635. Als die Zisterzienser im Mai
1142636am Mons Pomarius als conventus formatus ihr Ordensleben aufnahmen ,
mussten gemäß der Zisterzienserregel alle Regularorte des Klosters zumindest in
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur