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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 193 -
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Die Klosterbauten der Ministerialen 193 Im Querschiff wurden Gewölbedienste aus aneinan- dergelegt gebündelten Rundstäben und Bandrippen mit aufgelegten Spitzstäben gefunden. Der scheibenförmi- ge Schlussstein des Vierungsgewölbes war als Blattkranz skulptiert. In der Westwand des Querhauses wurde ein großes Rundfenster gefunden , das von einem Rundbogen- fries eingerahmt war. Die Anlage der Klosterkirche Baumgartenberg zeigt ei- ne auffallende Diskrepanz fortschrittlicher und altertüm- licher Eigenschaften : Der Grundriss des Langhauses mit der Travéegliederung entspricht dem Vorbild des Primär- klosters Morimond , wie es auch in anderen Deszenden- zen , etwa in Ebrach oder Lilienfeld , angewandt wurde. Das Presbyterium , das zwischen 1428 und 1432 abgebro- chen wurde , war ursprünglich wohl gerade geschlossen und – so wie die Querschiffarme – mit Rechteckkapellen besetzt. Die breiten rundbogigen Scheidbogengurte in den Seitenschiffen dienten , wie in Heiligenkreuz und Lilienfeld , zur Schubableitung der Mittelschiffgewölbe , ohne dass Strebepfeiler ausgeführt werden mussten. In Baumgartenberg wurden aber zusätzlich Strebebogen unterhalb der Pultdächer der Seitenschiffe errichtet , eine Vorgangsweise , die auch am Salzburger Dom Konrads III. festgestellt werden konnte. So wie der Grundriss wurde auch der im Querschiff festgestellte Rip- penquerschnitt aus der französischen Zisterzienserarchitektur übernommen , wie die Beispiele der Kirchen von Bouillon und Chérlieu653 zeigen. Eine Verbindung zum Mutterkloster Heiligenkreuz erscheint in der Gestaltung des skulptierten Schlusssteines der Vierung gegeben , der mit Schlusssteinen im Kreuzgang von Heiligenkreuz ( vor 1240 ) Übereinstimmungen zeigt. Ein ordensspezifisches Bau- detail ist auch das Armarium , ein ursprünglich vierteiliger gemauerter Bücher- schrank mit rechteckigen Steinrahmen in der Querhausmauer zum Kreuzgang hin ( Abb.  97)654. Ähnliche Bücherbehälter finden sich in den französischen Zis- terzen Fontenay , Bonport , Boquen und L’Escale Dieu655. In anderen Detailformen , die auch das äußere Erscheinungsbild prägten , war die Kirche von Baumgartenberg dagegen durchaus unzisterziensisch und auch un­ modern : Das Hauptportal besitzt enge Übereinstimmungen mit spätromanischen Toren in Bayern , wie mit der Benediktinerkirche von Biburg oder mit der bischöf- lichen Stiftskirche Niedernburg in Passau ( 1215–1217 ) , aber auch Ähnlichkeiten Abb.  97 : Armarium im ehem. Zister­ zienserstift Baumgartenberg
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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