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Die Bautätigkeit Herzog Leopolds VI.
198 Schlägl
Aus der gleichen Zeit stammt auch die Klosterstiftung eines Ministerialen des
Bischofs von Passau , und sie bietet ein vergleichbares stilgeschichtliches Erschei-
nungsbild. Chalhoch von Falkenstein680 hatte im Jahre 1204 ein Zisterzienser-
stift an der Mühl im nördlichen Oberösterreich gegründet , das mit Mönchen aus
dem Kloster Langheim bei Bamberg besiedelt wurde , aber schon nach sieben Jah-
ren wieder aufgegeben werden musste. 1218 gründete Chalhoch in alia loco ein
neues Kloster , das er den Prämonstratensern von Milewsk / Mühlhausen in Süd-
böhmen übergab681. Die Bezeichnung der Kirche Maria in Slage nahm auf das
Rodungsgebiet Bezug und wurde für den Ort Schlägl namensgebend. Im Jahre
1236 gab der Bischof von Passau der Klostergründung seines Ministerialen eine
Unterstützung682. Chalhoch starb 1238. Um 1250 trat Wok ( Witigo ) von Rosen-
berg als zweiter Stifter des Klosters in Erscheinung , weshalb sein Familienwappen
neben dem der Falkensteiner in das Stiftswappen von Schlägl aufgenommen wur-
de. Nach der Haustradition gilt Propst Heinrich ( reg. 1242–1260 ) als Erbauer des
Abb.
100 a und b : Krypta der Stiftskirche
in Schlägl. Ansicht und Grundriss mit
Hervorhebung der Bauteile des 13. Jahr
hunderts
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur